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 Der Wald

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Finley

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BeitragThema: Re: Der Wald   Do Nov 29, 2012 7:00 am

Finley blieb hinter einem dornigen dicht bewachsenen Busch aprupt stehen.
Dann erblickte er endlich, was er gerochen hat. Es war ein mittelgroßes braune Tier mit vier huf-artigen Pfote. Der Schweif des Tieres war kurz und es hatte ein weißes Hinterteil.
Dies musste einfach ein Reh sein, dachte sich Finley.
Er starrte gerade aus auf eine freie Lichtung des Waldes. Seine Speichel lief schon aus seinen Lefzen so gierig war er. Nervös leckte er sich mit der Zunge übers Maul und starrte weiter auf das Reh, was mitten auf der dunklen Lichtung ein paar Grashalme zu sich nahm.
Finley wollte am liebsten jetzt schon lossprinten und sich das Reh schnappen, aber er wusste alleine würde er es nicht schaffen.
Ungeduldig wartete er hinter der Hecke. Er hoffte das die anderen drei bald kommen würden und in der Zeit das Reh nicht ihn entdecken würde.
Er ging alle Schritte nochmal durch, wie man ein Reh erlegt. Er hoffte sehr, dass sie das Reh fangen und erfolgreich töten würden, damit er endlich wieder etwas in den Magen bekam.
Schweigend starrte Finley zum Reh, dann wieder hinter sich, dann wieder zum Reh und wieder hinter sich.
Er spitzte die Ohren. Etwas weiter weg, hörte er Etana und die anderen. Er hoffte, dass wenn sie ihm näher kommen sich ruhiger verhalten.
Finley setzte sich leise hin und starrte schweigend auf das Reh.

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"Achtung Gefahr! Vorsicht!Wer ist das? Gib Obacht!Trau keinem! -
Misstrau'n ist gut, Mitleid ist böse, Lügen heißt Leben,Vertrauen heißt Tod.
Nichts fühlen, nicht zittern, eiskalt sein und wittern , was droht."
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Aslan

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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Dez 01, 2012 2:43 am

White Death wollte einfach nicht aus Aslans Kopf verschwinden. Immer wieder tauchte er darin auf, mit seinem drahtigen Körper, den harten Muskeln, dem zottigen Pelz, den vielen Narben, den schimmernden Reißzähnen und diesen heimtückischen gelben Wolfsaugen, die zu sagen schienen: Wenn du jemals stirbst, dann von meiner Hand. Aslan konnte sich an jedes Detail seines alten Erzfeindes erinnern. Und an jeden Kampf, oder besser, an ihre zwei Kämpfe. Der härteste Gegner, den es je zu bekämpfen galt. Nicht einmal die zwei Wölfe, gegen die Aslan im Laufe seines Lebens hatte antreten müssen, waren so schwer zu besiegen gewesen. Vielleicht, überlegte der Leonberger, vielleicht war Blizzard deshalb so stark, weil er schlicht und einfach verrückt war. Keinen Schmerz spürte. Den Schmerz der Anderen genoss. Aslan hatte ihn deutlich gesehen, den Wahnsinn, der in den Augen des Wolfshybriden funkelte, wenn sie aufeinander zustürmten, zusammenprallten, sich ineinander verbissen und sich wieder lösten wie bei einem tödlichen Tanz. Fast liebevoll hatten sich White Deaths Zähne in Aslans Fleisch gegraben, so, als genieße der Wolfsmischling das Kämpfen und Töten, als habe er Spaß daran. Wie hatten die Menschen es geschafft, diesen Hund so zu verwirren? Es war, als hätten sie ihm die Seele aus dem Körper gerissen und stattdessen einen kleinen Motor hineingesetzt, der auf „Zerreißen, Zerfleischen, Zerfetzen“ programmiert war.
Wenn es nach Aslan gegangen wäre, wären sie nie Feinde gewesen. Sie wären sich aus dem Weg gegangen. Aber weder White Death noch Aslans Besitzer hatten das zugelassen. Andererseits, wenn es nach Aslan gegangen wäre, wäre er überhaupt kein Kampfhund geworden. Eigentlich ist mein Leben nie so gelaufen, wie ich es gewollt oder erwartet habe. Vielleicht, vielleicht hatte Aslan ja jetzt eine Chance, endlich ein Leben zu führen, wie er es sich vorgestellt hatte. Vielleicht konnte er seine Vergangenheit endlich hinter sich lassen. Er hätte sie ja schon längst vergessen, wann da nicht eben White Deaths Geruch gewesen wäre. Und wo ein Geruch ist, ist meistens auch der Hund, dem er gehört. Aber das konnte nicht sein. White Death konnte nicht hier sein.

Es herrschte eine ziemlich seltsame Athmosphäre. Schweigend trabten die vier Hunde dahin, und obwohl sie doch jetzt ein Rudel waren, kam es Aslan eher so vor, als sei jeder in Gedanken ganz woanders, als sei jeder in Gedanken an einem Ort, an dem niemand anders da war. So war es dem alten Leonberger aber auch völlig Recht. Er hatte genug eigene Gedanken, um sie im Stillen zu verfolgen, und außerdem hätten sie nur die Beute aufgescheucht, wenn sie sich unterhalten hätten. Ah, ja, richtig. Die Beute...
Finley hatte etwas gewittert, so standen die Dinge. Aslan zuckte leicht zusammen und hob den Kopf, um sich nach dem kaffebraun-weiß gescheckten Collierüden umzusehen. Er sah Etana, die entschlossen vorauslief, und Azura, die etwas hinterhertappte und den Eindruck machte, als sei sie im wahrsten Sinne des Wortes hundemüde. Wo war Finley? Finley? Kurz war Aslan verwirrt und beschämt, dass er sich so hatte abgleiten lassen. Dann erhaschte er den Geruch des kleineren Rüden von weiter vorne und zwang seine steifen Beine, schneller zu laufen, bis er Etana überholte und Finleys helles Fell leuchtete gut sichtbar durch die Bäume, und Aslan hoffte, dass das Reh, oder was immer Finley gewittert hatte, nicht so aufmerksam hinsah. Er verlangsamte seinen Lauf und gesellte sich zu Finley, der etwas zu beobachten schien. Vorsichtig bog Aslan mit dem Kopf einige Zweige beiseite und spähte auf die kleine Lichtung, die dort lag.

Zwar hatte Aslan noch nie ein Reh gesehen, aber sein Jagdinstinkt sagte ihm eindeutig: Das. Das ist es. Sofort begann Aslans Herz, schneller zu klopfen, und Blut rauschte in seinen Ohren. Er atmete tief durch. Seine erste richtige Jagd! Wenn man mal von den Mäusen und Hasen absah, die Aslan als junger Straßenhund gejagt (und meistens nicht erwischt) hatte. Aber das hier war etwas anderes...eine Rudeljagd. Und sein tief verwurzelter Instinkt jagte Adrenalin durch Aslans Adern, sodass er den Reflex unterdrücken musste, einfach aus dem Gebüsch zu brechen und loszurennen.
Das Reh hatte genauso helles Fell wie Finley, und obwohl es relativ zierlich war, war es groß, viel größer als Aslan. Es hatte lange, sehr schlanke Beine, die an die Beine eines Windhundes erinnerten. Oh je...das Ganze wirkte, als müsste man schnell sein, verteufelt schnell sein, wenn man dieses wendige Tier erwischen wollte. Zumindest schien es nicht allzu aufmerksam zu sein: Obwohl Aslan so nahe war, dass er das Weiße in den Augen des Tieres erkennen konnte, graste es seelenruhig und hatte den Hunden den Rücken zugewandt.
Aslan drehte sich zu den anderen um. Zwar hatten sie gründlich besprochen, wie sie vorgehen wollten, aber sie hatten noch nicht besprochen, wer sich wo versteckt halten sollte. “Wohin soll ich gehen?“

[ denkt an Blizzard | holt Finley ein | beobachtet das Reh | dreht sich nach hinten und fragt etwas ]
Sorry, meine Posts sind auch nicht mehr, was sie mal waren...

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Etana
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BeitragThema: Re: Der Wald   So Dez 16, 2012 1:50 am


Aufmerksam folgte Etana Finleys Geruchsspur, um ihn wiederzufinden. Zu hören war er nicht, er verhielt sich ganz still. Weshalb tat er das, hatte er etwas gefunden?
'Tatsache!', erkannte die Rhodesian Ridgeback Hündin, als sich ein neuer Duft unter die bisherigen mischte. 'Das riecht gut ... ob das ein Reh ist?' Etana begann vorsichtiger aufzutreten und bedeutete Aslan und Azura, das gleiche zu tun. Bei dem Seitenblick auf den Leonberger stellte sie fest, dass seine Gedanken offenbar ganz woanders waren. Er legte etwas an Tempo zu und verschwand um eine Kurve, daher konnte Etana ihn nicht anstupsen und aufmunternd anblicken, wie sie es hatte tun wollen. Stattdessen folgte sie ihm mit leichten, federnden Schritten und behielt den Geruch nach der möglichen Beute die ganze Zeit über in der Nase.
Als sie bei Finley und Aslan ankam, war der Geruch bereits sehr stark. Sie folgte Finleys Blick, entdeckte das Reh und nickte dem Rüden anerkennend zu.
"Also, wie besprochen: Aslan schleicht im Bogen um es herum, um es abzufangen, wenn ich es auf ihn zu treibe. Finley, Azura, ihr nehmt die Seiten. Ich warte hier. Und seid leise! Aslan wird deutlich länger brauchen als ihr, stimmt ihr euch nur unauffällig ab, wo ihr euch positioniert. Wenn ich von Aslan ein Zeichen sehe, lege ich los! Okay?"
Das Blut wurde schneller durch ihre Adern gepumpt, Adrenalin durchflutete ihren Körper, sie spannte die Muskeln an. All ihre Sinne waren geschärft, als sie die Augen erneut auf das Reh richtete. Diese Beute durfte ihnen nicht entwischen, sie brauchten die Energie für die anstehende Reise!

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Azura
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BeitragThema: Re: Der Wald   So Dez 16, 2012 7:38 am

Ein leises Schnaufen war zu hören. Regentropfen prasselten auf den Boden herab und versickerten genauso schnell im Boden, wie sie gekommen waren. Bald würde ein Gewitter hereinbrechen, und das Reh mitsamt den Vögeln aus dem Wald in ihre Verstecke jagen. Und dann wäre alles verloren, die Jagd, die Kraft für die Reise. Niemand würde wissen, wann der Regen aufhören würde oder was noch geschehen werden würde. Aber für sie spielte Zeit jetzt keine große Rolle. Sie müsste sich so oder so beweisen müssen. Sie hatte keine Zeit, sich vorzubereiten oder eine Pause einzulegen, geschweige denn Kraft zu tanken. Zwar war es leicht, einen Hasen zu erwischen, aber ein Reh? Sie war zwar in Begleitung, und jagte zusammen mit Finley, Etana und Aslan das gehornte Wesen, aber die Frage war, ob sie alle überhaupt stark genug waren. Alle hatten Hunger, und mussten sich ausruhen, aber das war ihre einzige Chance, genug Kraft für die Reise zum Gebirge aufbringen zu können. Diese Jagd würde entscheiden, wie ihre Geschichte weitergehen würde. Sie selbst fragte sich aber, was in den Köpfen der Menschen vorgehen tut. Aber das konnte warscheinlich selbst der sich im Wasser spiegelnde Mond nicht wissen. Vielleicht liegt ihr Zuhause in Trümmern? Voller Asche von dem Feuer und dem Blut, das vergossen war, was sicherlich ziemlich unwarscheinlich war.

Azura versuchte wieder zurück in die Realität zu kommen, bevor sie vollkommen in sich versinken würde. Ihre Gefährten haben sich schon versammelt und betrachteten sich alle gegenseitig. Haben wir schon besprochen, wie wir vorgehen werden? Ich hoffe ja mal nicht... ansonsten... moment mal, ich muss ja die Flanke atackieren oder? Da werd ich ja wohl sicherlich.... Sie wand ihren Kopf zu Etana, die Anfing über das Thema zu sprechen. Ich muss mich unauffällig mit Finley verständigen, wo wir uns positionieren... Etana bleibt hier, Aslan fängt es ab... hört sich ja simpel an, die Frage ist nur, wie ich mich mit Finley verständigen soll? Die Setter Hündin nickte nur kurz, und schlich zu Finley um ihm flüsternd etwas mitzuteilen. Auch wenn sie sich kurz fragte, ob Etana flüsterte oder normal redete. "Wie wäre es, wenn wir uns gegenüberstellen, und das Reh dann leise verfolgen, bis Etana und Aslan sie eingekesselt haben, danach könnten wir ihm ja die seitlichen Wege abscheiden und ihn überfallen.... obwohl, vielleicht fällt dir ja eine bessere Strategie ein. Auch wenn sie geflüstert hatte, hoffte sie, dass das Reh sie nicht gehört hatte und lächelte nervös.

>>Du bist nicht zum töten gemacht, Azura. Die Hasen waren noch abgelenkt, das waren nur reine Glückstreffer. Du bist nur am Leben, weil du Glück hattest. Vielleicht hat jemand ja deinen Rücken verteidigt, oder aber jemand ist den Menschen nur ausversehentlich zwischen die Flinte gelaufen. Du bist nichts als ein Klotz am Bein, dass nur zum trauern programmiert ist<< Sie schaute schnell von Finley weg, als sie diese Stimme in sich hörte. Er sollte nicht ihr angsterfülltes Gesicht sehen, also versuchte sie rasch an etwas anderes zu denken. Sie hoffte, Finley würde das nicht im geringsten interessieren, also beobachtete sie Aslan und Etana eine Weile, während sie dem Regen lauschte. Ich muss aufpassen, dass ich nicht ausversehentlich in eine Pfütze reinlaufe.... vielleicht versinke ich dann Belustigt drehte sie ihren Kopf wieder uz Finley, und hoffte dass ihre Angst schon aus dem Gesicht gewischen war. Sie legte ihren Kopf etwas schief, und hatte jetzt nurnoch zu warten, bis es "auf die Mahlzeit" gehen würde.

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Hätt ich einen Wunsch frei, dann wärst dass du ♥️
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Aslan

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BeitragThema: Re: Der Wald   Mo Dez 17, 2012 5:33 am

Aslans vom Alter getrübter bernsteinfarbener Blick ruhte auf dem grasenden Reh. Ausdruckslos, uninteressiert, weltabgewandt wirkte er, als könne es ihn nicht einmal erschüttern, wenn jemand neben ihm eine Kanone abfeuerte – das war der Gesichtsausdruck, den Aslans Besitzer immer das „Pokergesicht“ genannt hatte. Ein sehr nützlicher Trick, um Schwäche zu verbergen und sich Respekt zu verschaffen – oder den Gegner einzuschüchtern, wenn man ein Kampfhund war. Aslan hatte in der Arena gelernt, seine Gefühle zu verbergen. Und jetzt, ganz automatisch, setzte er wieder die Mir-ist-eh-alles-egal-Maske auf. Das tat er immer, wenn seine Gefühle zu stark wurden und aus ihm herauszubrechen drohten.
Und im Moment durchströmte Aslan eine Woge von Gefühlen. Wilde, unberechenbare Gefühle, die vom Kopf in seine Pfoten hinunterschossen, an ihnen zerrten und ihnen 'Lauf! Lauf! Jag! zuzuflüstern schienen. Euphorische, ungebremste Gefühle, die Aslans Ohren in Richtung des Rehs aufrichteten und ihnen 'Horch!' zuriefen. Aslan war ein Jäger – ein Raubtier. Es war, als könnte er die Stimme seiner Ahnen hören, die ihm zuflüsterte: “Dies ist deine Bestimmung, dies ist die Quelle deines Überlebens. Für dies bist du geboren.“ Und obwohl das Adrenalin durch Aslans Körper schoss, so sehr, dass er es fast spüren konnte, war er hochkonzentriert und entschlossen. So fest entschlossen, diese Jagd erfolgreich hinter sich zu bringen, das eigentlich nichts mehr schiefgehen konnte, dass das Reh unter Aslans Blick eigentlich hätte tot umfallen müssen. Genau so hatte es sich in der Arena immer angefühlt, wenn Aslan einem neuen Gegner gegenübertrat: Er war so aufgeregt, dass er kaum frei atmen konnte, aber diese Aufregung wurde überspült von einer Woge der Konzentration, der Ruhe und der Entschlossenheit. Ja, Aslan konnte ruhig und aufgeregt zugleich sein, auf eine Weise, die ihn selbst verwirrte.

Er schüttelte den Kopf, um die Erinnerungen loszuwerden, die wie Spinnweben an seinen Gedanken festhingen, und konzentrierte sich wieder auf das Reh. Es schien nichts gemerkt zu haben, denn nicht einmal seine Ohren zuckten – offenbar glaubte es, bei diesem Hundewetter würde sich kein Feind aus dem Bau trauen. Ahnungslos stand es da, wedelte gelegentlich mit dem kurzen Stummelschwanz und ließ Grashalm für Grashalm in seinem weichen Maul verschwinden. Aslan spürte kein Mitleid, kein Richtiges. Es tat ihm zwar Leid, schon wieder töten zu müssen, aber in seinem Unterbewusstsein hatte er sich schon längst daran gewöhnt. Toter Hund, totes Reh – was machte das für einen Unterschied? Ja, er hatte getötet. Ob er da noch mal tötete, spielte im Endeffekt keine Rolle mehr – er war schon verloren. Jetzt konnte er es nicht mehr ändern, musste damit leben und das Beste draus machen.

Ein leises, sehr leises Rascheln hinter Aslan erweckte seine Aufmerksamkeit und er wirbelte herum, wobei er glücklicherweise keinen Zweig streifte, der beim Zerbrechen laut geknackt und das Reh aufgeschreckt hätte. Da war Etana, mit regennassem braunen Fell und erhobener, zuckender Nase. Sie witterte gründlich, trottete dann zu den beiden Rüden und warf Finley einen kurzen, anerkennenden Blick zu. Stimmt, dachte Aslan. Er hat das Reh ganz schön schnell aufgespürt und die Spur trotz des Regens nicht verloren. Etana wartete nicht auf Azura. “Also, wie besprochen: Aslan schleicht im Bogen um es herum, um es abzufangen, wenn ich es auf ihn zu treibe. Finley, Azura, ihr nehmt die Seiten. Und seid leise! Aslan wird deutlich länger brauchen als ihr, stimmt euch nur unauffällig ab, wo ihr euch positioniert. Wenn ich von Aslan ein Zeichen sehe, lege ich los! Okay?“
Aslan spürte Scham, Wut und Verlegenheit, heiß und stechend wie Dornen, die ihm in den Pelz stachen. Er spannte sich kaum merklich an und starrte konzentriert auf das Reh, um sich nicht zu einem Knurren oder einem ärgerlichen Blick hinreißen zu lassen, nickte aber steif, um sein Einverständnis zu geben. Aslan wird deutlich länger brauchen als ihr... Wo Etana Recht hatte, hatte sie Recht. Aslan war wohl stark und erfahren. Aber er war nicht mehr jung. Und er war nicht mehr schnell. Trotzdem – er war kein Opa (so sagten die Menschen dazu), auf den man ständig Rücksicht nehmen musste! Er war ein Krieger. Und wenn er wollte, brauchte er genauso lang wie die Anderen, diese Jungspunde – keine Sekunde mehr.

Aber jetzt war keine Zeit zum Streiten, und wegen so etwas eine Diskussion anzufangen, wäre einfach nur unvernünftig und welpenhaft, also beließ Aslan es dabei, dass Etana leider Recht hatte und sicher nichts Böses im Sinn gehabt hatte, als sie dieses empfindliche Thema ansprach. Er holte einmal tief Luft, lauschte auf seinen mittleren bis schnellen Herzschlag – Bummbumm, bummbumm, bummbumm – und entspannte seine Muskeln. Jetzt durfte nichts schiefgehen. Kein Zweig durfte knacken. “Dann mal los“, murmelte Aslan, mehr zu sich selbst als zu den Anderen, drehte sich um und tappte ins Unterholz hinein. Ganz geräuschlos würde es natürlich nicht gehen: Seine Pfoten waren zu schwer, sein Körper zu groß und sperrig, in seinem Fell blieben zu viele verirrte Zweige hängen. Er konnte sich nicht lautlos durch das Unterholz schlängeln, wie es ein Windhund vielleicht gekonnt hätte. Aber er hoffte, dass das Geräusch des Regens das gelegentliche Knacken eines Zweigs unter seinen Pfoten oder das Rascheln eines zurückschnellenden Astes übertönen würde.
Es klappte. Aslan machte einen großen Bogen um die Lichtung, bis er auf der anderen Seite stand. Dort näherte er sich der Wiese, um einen Blick auf das Reh zu erhaschen. Es graste immer noch friedlich. Und wenn Aslan das Gebüsch dahinter, ihm gegenüber, genauer betrachtete, meinte er, dahinter Bewegungen und braunes Fell zu erkennen. Genau konnte er es aber nicht sagen – gut möglich, dass er es sich einbildete.

Und jetzt? Er musste Etana ein Zeichen geben....wie sollte das funktionieren? Hoffentlich sah sie zu ihm hinüber, sonst hatte er keine Chance. Also streckte Aslan vorsichtig den Kopf durch eine Lücke im Gebüsch – gerade so weit, dass man ihn nicht übersehen konnte – und nickte überdeutlich zu dem Gebüsch hinüber, in dem er Etana vermutete. Gut, das sah ziemlich albern aus, aber für irgendetwas Intelligenteres hatte Aslan nicht die Zeit.
Er zog sich leise zurück, bis das Gebüsch ihn wieder vor den Blicken seiner Beute schützte. Dann trottete er schnell ein kleines Stück in den Wald hinein, bis er einen Abschnitt mit besonders dichtem Buschwerk fand. Er umrundete es und ließ sich dahinter in eine kauernde, sprungbereite Position nieder. Finley und Azura waren vermutlich schon längst an ihren Plätzen. Die Jagd konnte beginnen.

[ beobachtet das Reh | denkt über Vieles nach | hört Etana zu | kurz wütend | nickt | schleicht auf die andere Seite der Lichtung | gibt Etana Zeichen | versteckt sich | wartet ]

Sorry, dass ich die Schriftfarbe nicht benutzt habe, aber ich habe gerade echt keine Zeit, den Hexcode rauszusuchen, und sollte eigentlich gar nicht online sein. Ich trage das sobald wie möglich nach^^

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Etana
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BeitragThema: Re: Der Wald   Mo Dez 17, 2012 11:34 pm

[Ich kann auch grad nicht antworten lange, aber das länger brauchen bezog sich darauf, dass Aslan an weitesten vom Startpunkt wegschleichen muss! Surprised ]

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BeitragThema: Re: Der Wald   Mi Jan 02, 2013 12:57 am

Nervös wartete Finley auf das restliche Rudel.
Seine Blicke waren starr auf das Reh gerichtet. Er hoffte, dass die anderen drei ihn trotz seines schnellen Gang noch finden würden. Es nieselte leicht, sein Pelz lag etwas dichter an seinem Körper als gewöhnlich. Er hechelte leicht.
Plötzlich hörte er ein leises rascheln neben sich.
Er schreckte leicht auf und schaute in die Richtung, wo das Geräusch her kam. Die anderen drei Hunde trabten leise hintereinander zu Finley, sie stellten sich alle dicht beisammen, damit sie nicht laut sprechen müssen, um das Reh nicht aufzuschrecken.
Finley sah, dass alle das Reh ebenfalls bemerkt hatten und wartete geduldig ab, was nun geschah.
Etana erhob dann das Wort und wiederholte den Plan. Finley wusste, dass er sich an den Seiten des Rehs hinstellen musste, gegenüber von Azura.
Etanas Worte stimmten Finleys Gedanken der Positionen zu.
Finley schwieg und stimmte Etana ohne Wiederworte zu. Er hatte Angst, dass durch sein Fehlverhalten das Reh wegrennen würde, also tat er so wenig wie möglich.
Er versuchte so ruhig wie möglich von außen zu wirken, aber innerlich war Finley total angespannt.
Dann erhob Azura erstaunlich das Wort, sie wollte irgendwie die Aufstellung ändern, aber Finley verstand den Plan nicht ganz und legte vor Misverständnis den Kopf verwirrend schief.
Er wartete bei der Gruppe und betrachtete Azura, bis sie sich für eine Seite entschied. Sobald Azura loslaufen würde, würde Finley genau die entgegengesetzte Seite wählen und sich dort an seine Position stellen.

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Etana
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BeitragThema: Re: Der Wald   Fr Jan 04, 2013 2:07 am


Nachdenklich blickte Etana Aslan nach. Sie hatte den Eidruck gehabt, dass er verärgert war, aber weshalb? Als sie den Plan gemacht hatten, war keinerlei Widerspruch von ihm gekommen, er hatte sich sogar eingebracht. Daran konnte es also nicht liegen, wenn er jetzt wütend war - aber woran dann? Die Rhodesian Ridgeback Hündin ging in Gedanken noch einmal durch, was sie gesagt hatte, doch ihr fiel nichts ein, was sie falsch gemacht haben könnte. Naja, das musste bis nach der Jagd warten, jetzt war Aslan schon weg und sie mussten sich alle voll und ganz auf die Jagd konzentrieren, wenn sie das Reh erwischen wollten.
Mit aufgestellten Ohren blickte die Hündin Azura und Finley an. 'Azura wirkt immer noch so abwesend!', stellte sie fest, halb verärgert, halb besorgt. Ein unkonzentrierter Jäger konnte die ganze Hatz verderben. Was beschäftigte Azura so sehr?
Endlich sah sie sie loslaufen und in linker Richtung zwischen den Büschen verschwinden. Finley nickte Etana noch kurz zu, dann verschwand er in die entgegengesetzte Richtung, nach rechts. Besorgt blickte die Hündin den beiden nach, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf das Reh. Leise ließ sie sich in eine Art Kauerstellung fallen und robbte durch die Sträucher, möglichst lautlos, bis sie das Tier sehen konnte. Noch hielt sie sich verborgen, achtete aber darauf, sofort losspringen zu können, wenn es soweit war. Sie wollte nicht in Ästen oder Dornen hängenbleiben.
Ihre Beute äste noch immer ahnungslos auf der Wiese, hob jedoch dann und wann den Kopf. Etana zuckte zusammen, als ferner Donner über de Himmel grollte. Das Tier wurde wegen des nahenden Gewitters nervös - nicht mehr lange, dann würde es sich ins Unterholz zurückziehen!
Etana überlegte fieberhaft. Sobald sie Aslans Zeichen sah, sollte sie dann schon losrennen? Würden Azura und Finley schalten und ebenfalls lossprinten, und würden sie das Tempo des Rehs halten können, um es nicht zur Seite ausbrechen zu lassen? Wie schnell konnte so ein Reh denn werden, war es schneller als die beiden Hunde?
Etana spähte an dem Tier vorbei in die Sträucher - und erblickte plötzlich Aslan, der seinen Kopf vorsichtig soweit hob, dass er von ihr gesehen werden konnte, und bedeutungsvoll nickte. War das sein Zeichen, dass er auf Position war, oder doch mehr? Meinte auch er, dass sie losschlagen sollten?
Etana beschloss, noch ein klein wenig zu warten. Sie konnte nicht sehen, wann Azura und Finley soweit waren, aber ein klein wenig Zeit wollte sie ihnen noch geben. Sie durfte nur nicht so lange warten, bis das Reh verschwinden wollte und womöglich zu einer Seite weg sprang, anstatt erst einmal in die entgegengesetzte Richtung der Hündin zu rennen. Wenn es zur Seite floh und Finley nicht nah genug war, war alles verloren.
Ungeduldig ließ Etana die Muskeln spielen, die Aufmerksamkeit auf den nahenden Sturm und das Reh vor sich gerichtet.


[Irgendwie kommen wir ja mal wieder nicht voran, liegt vermutlich an Weihnachten, Silvester und so Very Happy Ich hoffe, es ist okay, dass ich euch mal "losgeschickt" hab, Azura und Finley, sich in die richtige Position zu bringen, ist ja in mehr als 12 Zeilen schwer, ich wusste nur sonst nicht so recht, was ich noch schreiben soll, ich wolle nicht nur denken, denken, denken! Wink ]

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Zuletzt von Etana am Fr Jan 04, 2013 1:40 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Wald   Fr Jan 04, 2013 4:16 am

Leise seuftzend senkte die junge Setter Hündin den Kopf, bevor sie tief einatmete und die Worte, die Finley dem Anschein nach verschlafen hätte zu wiederholen, erklärte es aber anders. "Machen wir einfach alles so wie geplant. Wir verkriechen wir uns hinter den Büschen, stellen uns gegenüber und warten dass Aslan das Zeichen gibt, okay?" Sie hoffte, dass Aslan sie diesesmal nicht missverstanden hat. Sie hatten keine Zeit, noch länger darüber zu reden. Das rostbraune Reh, dass sie nicht bemerkte graste zwar noch, aber wer weiß wie lange? Sie hatten nicht ewig Zeit, und auch nicht ewig Kraft. Ihre Müdigkeit zog sie langsam auf die Erde zurück, aber ihre Entschlossenheit es nicht zu vermasseln brennte in ihren Augen. Wenn ich das auch noch vermassele, dass bin ich wirklich nurnoch ein Klotz am Bein. Wie ein blinder Hund, der nichtmal den Geruch fremder Hunde erkennt oder schlimmeres. Nein, selbst solche Hunde können mehr als ich. Alles was ich kann ist hinterhertrotten und stumm den Kopf bewegen. Ich möchte nicht aus dem Rudel herausgeworfen werden.... ich kann zwar einen Hasen erlegen..... glaube ich.... aber kämpfen? Wenn man mich einholt bin ich gleich tot. Ich bin weder stark, noch mutig. Ich hab keine Erfahrung mit solchen Dingen. Aber das ist wenigstens das einzige was ich machen kann, also muss ich es auch schaffen. Ich möchte nicht als Fußabtreter landen. Sie blickte zu Etana, hoffte dass Finley es diesesmal verstanden hatte und schlich leise zu ihrer Seite des Gebüsches. Ihre einzige Hoffnung war, dass sie weger dem ganzen nassen Gras nicht ausrutschen, und weger ihrem nassen Fell nicht langsamer werden würde. Die Blitze, die über ihrem Kopf leuchteten, machten ihr Sorgen. Vielleicht rennt das Reh ja weger dem Donner weg.. aber ich darf nicht das schlimmste Befürchten, zumindest jetzt nicht Sie musste alles geben, wenn sie nicht wollte, dass sie rausgeschmissen werden würde, was im Moment ihre Größten Ängste waren.

Sie seufzte leise, als sie die Büsche erreichte. Sie hatte sich möglichst im Schatten gehalten und versucht nichts zu erwischen, was großen Krach machen würde, also müsste das Reh eigentlich an Ort und Stelle Grasen, wenn nichts schief gegangen ist. Aslan muss das Reh aufscheuchen und es zu Etana treiben, während ich und Finley ihm die restlichen Fluchtwege abschneiden... Aslan bringt ihn zu Boden, wir greifen die Seiten an... müsste ja ein Plan sein, der funktioniert, oder?
Vorsichtig wühlt Azura die Erde mit ihren Pfoten auf, um zu spüren wie rutschig es ist und duckt sich tiefer, während sie in Aslans Richtung schaut. Der Wind streichelte ihr zwar ein paar Regentropfen weg, aber sie wusste dass sie selbst, ebenso wie Finley früher dran sein mussten damit das Reh nicht entwischt. Finley hatte ein dickeres Fell als sie, warscheinlich aber auch kräftigere Hinterbeine. Es ist bestimmt nie eine gute Idee, im Regen zu jagen aber diesesmal müssen wir es tun... Hoffend, dass keiner Probleme mit dem Wetter haben wird. Wenn das Reh so wie es Etana gesagt hatte, ihnen helfen würde besser durchzukommen dann wird sie dieses Risiko eingehen. Mann kann nur hoffen dass kein Waldbrand anfängt, wie man es mir erzählt hatte, oder dass keine ungebetenen Gäste uns die Beute wegnehmen.. dass sich das Reh bei diesem Gewitter überhaupt raustraut ist schon ziemlich naiv, umso besser für uns. In ihren Augen funkelte ihre Bereitschaft, während sie sich anspannte und bereit war, sich draufzustürzen. Der Wind schaukelte die Äste und Blätter sanft hin und her, während sie möglichst leise atmete. Sie war bereit, zu zeigen dass sie für etwas nützlich war. Natürlich dann, wenn es die anderen auch wären. Aber sie konnten nunmal nur hoffen, dass niemand versagte.

Alle waren wie sie dachte auf ihren Plätzen. Finley stand ihr warscheinlich gegenüber und Aslan müsste bereit sein, um das Zeichen für den Start zu geben. In ihren Worten wiederhallte sich der Plan, während sie versuchte nicht nervös zu werden. Ob alles gut laufen wird? Vielleicht hat jemand ja schon den Plan.... nein, hör auf immer so pesimistisch zu denken, Azura. Du benimmst dich gerade wie ein Welpe, der zum ersten Mal bellen lernt und hofft dass er nicht wie ein Quietscheentchen klingt. Aber was wenn unsere Halsbänder uns verraten? Vielleicht hätte ich doch nicht bei diesem Vorschlag zustimmen dürfen... wie sich Aslan wohl fühlt? Ich würde gerne Aslan und die anderen gerne besser kennenlernen.. damit ich sie verstehen kann. Es gibt ja sicherlich eine Aufgabe für Schwache Hunde in einem "Rudel" oder? In diesem Moment kann das Zeichen. Aslan hebte seinen Kopf, sodass man es wenigstens etwas sehen konnte, ohne dass es das Reh bemerkt. Es ist Zeit.. er hat das Zeichen gebeben. Sie machte sich sprungbereit, wartete aber noch darauf, dass Etana das Reh aufscheuchte, damit sie ihm den Weg abschneiden konnten. Beeil dich... ich kann nicht ewig mit meinen Reserven kämpfen. Wir brauchen die Kraft und den Schlaf um aufzubrechen. Finley ist sicherlich auch auf seinen Platz. Sie konzentrierte sich, visierte das Reh an und war bereit, die große Jagd zu beginnen, von dem ihr Überleben größtwarscheinlich abhängen würde. ich bin gespannt wie Etana diese Spuren verwischen will... auch wenn es der Regen warscheinlich schon selber tut.. hoffe ich


[Out: Sry dass es so kurz geworden ist, aber ich bin schon ziemlich aus meiner Rolle gekommen befürchte ich.... und Etana: normalerweiße darf man sowas nicht einfachso, aber ich drück einfach mal ein Auge zu, du Finley?]

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Alou

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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Jan 05, 2013 7:22 am


Alou sah sich um. Als hätte sie alles nur geträumt. Die Zweibeiner waren weg, Shila und Blizzard auch. Sie war alleine. Komplett alleine. Sie spürte einen stechenden Schmerz in ihrer Magengegend. Stimmt. Sie hatte ja schon eine lange Zeit nicht mehr gegessen. Seit dem Kampf gegen die Zweibeiner. Es war schon lange her, doch jedes Mal wenn Alou aufwachte, dachte sie sie wäre immer noch in der Schlacht. Doch das war sie nicht mehr und Shila und Blizzard auch nicht mehr.
Wo die beiden nun waren? Alou konnte sich an fast nichts mehr erinnern. Wo waren ihre Freunde hingegangen? Wieso ist sie selbst nicht mitgegangen? Zu viele unklare Fragen. Sie sah an sich hinab. Abgemargert bis auf die Knochen. Wie sollte sie so etwas fangen können. Sie war nicht schneller als ein Reh mit drei Beinen! Im Schatten der Bäume lief sie langsam durch den Wald. Ein angenehmer und leckerer Duft lag in der Luft. Sie reckte ihren Kopf und öffnete das Maul ein wenig um den Geruch besser aufnehmen zu können. Reh. Fast hätte die Wölfin den guten Geruch nicht erkannt! Ihr lief das Wasser schon im Maul zusammen. Reh, wie lange hatte sie diesen Geschmack nicht mehr in ihrem Maul gespürt. Sie musste dieses Reh finden.

Entschlossen lief sie dem Geruch nach. Durch Brombeersträuche, durch Rosenranken, einfach ihrer Nase nach. Mit Dornen in den Ballen lief sie so schnell sie konnte dem Geruch nach. Da waren noch andere Gerüche in der Luft. Die von Hunden. Drei oder vier sollten es bestimmt sein. Ohne es zu bemerken stand Alou vor einem der Hunde. Ein brauner Hund. Eine Hündin war es. Alou sah sie an, sie stand mit dem Rücken zu der Wölfin. Hatte sie Alou bemerkt? Alou warf wieder ihren Kopf in die Luft. Das Reh war ganz nah, roch sie. Doch dies konnte warten, sie wollte die Hündin ansprechen. Doch als sie ihren Blick verfolgte fiel ihr eigener Blick auf das Reh, welches Alou schon die ganze Zeit gerochen hatte.

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Etana
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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Jan 05, 2013 9:36 am

[Ich vermute, ich bin die Hündin, oder? Wenn es Azura ist, sag bescheid, dann lösch ich meinen Eintrag wieder, ich bin gerade nicht sicher! Smile ]


Etana spürte, wie der Wind drehte. War er vorher von schräg vorne gekommen, sodass er sowohl Aslans als auch Azuras Geruch an dem Reh vorbeigetragen haben sollte, wehte er nun direkt aus Richtung der Irish Setter Hündin. 'Verdammt, wir müssen losschlagen,jetzt!', dachte sie mit einem Anflug von Hektik. Gerade wollte sie losspringen, als ihre Sinne ihr eine andere Botschaft vermittelten. Keinen Geruch, von vorne drohte keine Gefahr. Ein Geräusch? Vielleicht hatte sie unbewusst etwas gehört, sie wusste es nicht. Doch ihr Verstand warnte sie, sich umzudrehen.
Eine struppige Hündin stand hinter ihr. Wirklich? 'Himmel, nein, das ist keine Hündin!, wurde Etana Sekundenbruchteile später klar, 'Das ist eine Wölfin!' Die Gedanken rasten durch ihren Kopf. Wenn sie nicht sofort losschlug und die Jagd damit eröffnete, würde dem Rudel das Reh durch die Fänge gehen. Doch wie konnte sie einer Wölfin, einem Tier, das bereits wusste, wie man in der Wildnis überlebte und vor allem kämpfte - wie sollte sie so einem Tier den Rücken zudrehen?
Zwar hatte sie sowieso schon den rassetypischen "Ridge" auf dem Rücken, den Streifen, wo das Fell in die andere Richtung wuchs und somit gesträubt aussah - doch nun stellte Etana instinktiv das Rückenfell zu einer Borste auf. Wieso wagte sie es, ihrem Gegenüber zu drohen, und wieso flüsterte ihr Verstand ihr plötzlich ein, dass dies richtig war?
Es waren erst wenige Sekunden vergangen, doch die Zeit wurde knapp. Schnell ließ die Hündin einen Blick über die Wölfin gleiten - und da erst erkannte sie, wie abgemagert diese war. Das war nicht der schlanke Körperbau eines sehnigen Tiers, das verhältnismäßig wenig Beute zu sich nahm - die Wölfin war dem Hungertod nahe!
'Ich mag erschöpft sein, aber ich könnte sie notfalls im Kampf in Schach halten!', schoss es Etana durch den Kopf. Und plötzlich kehrte ein Anflug von Ruhe in ihr ein, obwohl die Hitze der Jagd weiterhin durch ihre Adern flutete.
Sie ließ ein Knurren hören, so leise, dass selbst die Wölfin es nur gerade so hören würde. "Wage es nicht, uns dazwischenzufunken!" Noch einmal strengte sie sich an, das Rückenfell noch mehr zu sträuben, um der schweigenden Wölfin gegenüber ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen. Dann drehte sie sich lautlos herum und linste zwischen den Büschen hindurch.
Das Reh hatte just den Kopf gehoben. Es musste Azura bemerkt haben!
'Hoffentlich ist es noch nicht zu spät', dachte Etana verbissen, 'jetzt oder nie!'Sie legte all ihre Kraft in ihre Hinterbeine, als sie sich vom Boden abdrückte und mit einem gewaltigen Satz über die Zweige des Gesträuchs sprang. Mit einem rauen Bellen landete sie auf dem matschigen Boden, grub die Krallen hinein und sprintete sofort los, auf das Reh zu. Ein Angriffsjaulen schallte aus ihrer Kehle, als sie auf das braune Tier zupreschte, welches herumfuhr und die Flucht ergriff.
'Ja!', jubilierte die Hündin innerlich, 'Es rennt trotzdem noch in die richtige Richtung!' Jetzt hatten sie eine Chance. Kurz spähte sie nach beiden Seiten, ob Azura und Finley auftauchten, dann blickte sie wieder geradeaus. Sie musste sich auf ihre Rudelmitglieder verlassen. Wenn sie zögerte, konnte das den Verlust der Beute bedeuten.
Mit großen Sätzen trieb die Rhodesian Ridgeback Hündin das Beutetier auf Aslan zu.


[spürt den Wind drehen; erkennt, dass das Reh nun Azura wittern wird; will losrennen; hört unbewusst etwas hinter sich; sieht Alou; bemerkt, wie abgemagert sie ist; droht ihr, die Jagd nicht zu stören; startet den Angriff und treibt das Reh zu Aslan]

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Let them run, let them live,
But do not forget what we cannot forgive!

(Abgeänderter Auszug aus Deception aus dem Film The Lion King II)
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BeitragThema: Re: Der Wald   So Jan 06, 2013 5:02 am

Aslans Herz veranstaltete einen Trommelwirbel, so laut, dass der Leonberger fast fürchtete, das Reh könnte ihn hören. Seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, während er in die Stille hineinlauschte. Nichts. Nur das stetige Prasseln des Regens in den Blättern und das gelegentliche Ächzen und Knarren der windzerzausten Bäume, wenn ein Windstoß durch ihre Kronen fuhr. Nirgends hörte man einen bellenden Hund, die galoppierenden Hufe eines fliehenden Rehs...Aslan schnüffelte, aber die Gerüche waren unverändert und sagten ihm nicht viel, vor allem, da der Wind in eine ungünstige Richtung wehte. Kein Anzeichen dafür, dass in der Nähe eine Jagd stattfand....hatte Etana das Zeichen übersehen? War irgendetwas schiefgegangen? Aslan war versucht, aus seinem Versteck zu springen und nachsehen zu gehen, aber wenn die Hatz jetzt begann und Etana, Azura und Finley das Reh in eine Richtung trieben, in der Aslan gar nicht war, dann musste es einfach schiefgehen. Also wartete Aslan. Er hatte sich sprungbereit zusammengekauert, aber diese Position war auf Dauer zu anstrengend, und Aslans Glieder fühlten sich so steif an, dass er nicht sicher war, ob er, wenn er weiter hier kauern blieb wie ein schlafendes Huhn, überhaupt noch geschmeidig genug wäre, um aufzustehen und das Reh anzuspringen. Also erhob er sich vorsichtig und streckte sich – seine Knochen knackten, ein ziemlich unangenehmes Geräusch – bevor er sich, diesmal aufrecht, wieder hinstellte.

Und wartete. Und wartete. Wartete, wartete, wartete. Die Warterei kam ihm endlos lange vor. Geduld ist die größte Tugend eines guten Jägers, das wusste Aslan, weil es logisch war und weil seine Instinkte es ihm sagten. Aber er musste alle paar Minuten eine neue Situation einzunehmen, um sich nicht zu verkrampfen. Er war sich fast sicher, dass aus seinem Sprung an die Kehle des Rehs nichts werden würde, wenn er hier länger im eiskalten Regen stehen müsste, mit Rheumathismus und Knochenschmerzen und vermutlich bald mit Lungenentzündung, wenn er hier nicht sofort wegkam.

Hör auf damit, meldete sich eine leise Stimme in seinem Kopf. Sie hörte sich an wie seine Eigene. Gut, eigentlich war es seine Eigene. Sei nicht so unfair. Die Anderen geben sich Mühe und entwerfen einen Jagdplan, aber alles, was du kannst, ist jammern und dich ärgern. Reiß dich am Riemen! Du bist es ihnen schuldig. Sie vertrauen dir, dass du die Jagd erfolgreich zu Ende bringst. Allein deshalb solltest du dich geehrt fühlen! Sie haben dich als Rudelmitglied akzeptiert, obwohl du dich nicht gerade toll benommen hast. Also sei dankbar und hilf, wo du kannst. Und niemand kann etwas dafür, dass du nicht mehr so gelenkig bist wie früher!
Aslan zuckte mit den Ohren, aus denen einige Wassertropfen regneten. Wo die Stimme recht hatte, hatte sie recht, und sein Gewissen zuckte genauso unbehaglich wie seine Ohren. Er hatte eigentlich wirklich kein Recht, so etwas zu denken...

Ein Windstoß fuhr Aslan durch das vom Regen schwer gewordene Fell und ließ ihn frösteln – trotz seines dichten Pelzes. Der Leonberger kauerte sich zusammen und schob den Kopf zwischen die Schulterblätter. Er fragte sich, ob die Anderen gar nicht froren. Gut und schön, sie waren jünger und somit kräftiger als er, aber Azura und Etana hatten kürzeres Fell und sie waren so dünn, dass sie nicht einmal ihre Fettschicht zum Schutz gegen die Temperaturen hatten....Aslan begann allmählich, an dem Plan zu zweifeln. Ins Gebirge ziehen? Wenn er nicht einmal der Kälte hier unten im warmen Wald trotzen konnte? Vielleicht sollte er den Anderen sagen, dass er nicht mitkonnte, und dann hier im Wald auf den Tod warten. Aslan war alt, und er machte sich keine Illusionen. Vermutlich würde er hier draußen nicht einmal ein Jahr lang überleben. Aber ein Tod, bei dem Andere einem beistehen, ist halb so schlimm wie ein einsamer Tod. Also nein. Er würde mitkommen.
Und dann geschah sehr viel auf einmal.

Der Wind drehte und trug nun, frisch und penetrant, Azuras Geruch quer über die Lichtung. Aslan nahm ihn ebenfalls wahr, obwohl er ziemlich weit entfernt war. Er spannte sich an. Bitte, mach, dass das Reh geruchsblind ist, keine Nase hat oder so sehr mit Grasen beschäftigt ist, dass es nicht wittert...und bitte mach, dass Etana handelt, sollte das Reh Azura bemerken.... Von dort, wo er war, konnte Aslan durch ein Loch im Unterholz das Reh sehen, aber nicht die Anderen. Er sah, wie das Tier plötzlich innehielt, den Kopf hob und witterte. Wie es sich alarmiert umsah und erneut witterte. Und wie es schließlich herumwirbelte und fliehen wollte....
Im nächsten Augenblick schoss ein brauner Schatten aus dem Gebüsch. Oder nein, über das Gebüsch. Mit einem beeindruckenden Satz setzte Etana über den Busch, der sie vor Blicken verborgen hatte, rutschte auf dem schlammigen Boden aus, grub die Krallen in die Erde, um Halt zu finden, preschte auf das Reh zu und jaulte ohrenbetäubend, so laut, dass vermutlich selbst ein tauber Hund es nicht hätte überhören können. Zu Tode erschrocken drehte das Reh sich um die eigene Achse und floh, in diesen langen, leichtfüßigen Sprüngen, die Aslan schon oft bei Rehen beobachtet hatte. Es schien im aufgeweichten Boden problemlos Halt zu finden. Und es kam direkt auf Aslan zu.

Adrenalin schoss durch die Adern des Leonbergers, er duckte sich tiefer und krallte sich mit den Pfoten in den Boden. Die Angst, etwas könnte schiefgehen, war wie weggeblasen. Jetzt war er hochkonzentriert, eine seltsame Ruhe erfüllte ihn. Es war genau wie damals, als er in der Arena gegen andere Hunde antrat und ihm jedes Detail etwas zu sagen schien, als er jede winzige bewegung seines Gegenübers auffing und reagierte. Und er wusste: Es würde nicht schiefgehen. Wenn er in diesem mentalen Status blieb, bis das Reh ihn erreichte, würde er es kriegen.
Vorausgesetzt, das Reh erreichte ihn.


[ wartet auf das Reh ]

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Es gibt nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, in meinem Drang nach Leben spür ich die Zeit verinnen, wenn ich nicht ganz klar sage: "Schluss!", fällt bald mein Gnaden-schuss.

Spoiler:
 
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Finley

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BeitragThema: Re: Der Wald   Mo Jan 07, 2013 7:32 am

Finley hörte mit aufgestellten Ohren aufmerksam zu, bis alle Abmachungen gesprochen worden. Sofort preschte Finley so lautlos wie möglich in das rechtsliegende Unterholz. Er versuchte immer eine Wand zwischen der Lichtung wo sich das Reh befand und seinem Laufweg zu haben. Es wurde immer verstrickter voran zu kommen.
Finley blickte immer seitlich zum Reh, um zu schauen ob er sich schon in Höhe des Rehs befand. Vorsichtig hob er die Pfoten, da er sich mit seinem langen Bauchfell nicht irgendwo feststecken bleiben wollte, weil dies in dieser Situation schwerwiegende Folgen, für das gesamte Rudel haben könnte.
Finley musste letzendlich stoppen. Die Dornenranken waren zu viele geworden. Er blickte kurz zur Seite und schaute wo er sich befand. Das Reh war immer noch einige Meter zu weit vorne, dass bedeutete für Finley, dass er noch weiter gehen müsse, um in Höhe der Beute zu stehen.
Finley starrte über den Haufen von Dornenranken. Diese Dornenranken sind zu hoch! Ich schaffe niemals es, dort unbemerkt rüberzuspringen. Nervös blickte er zum Reh, dann wieder zu dem Dornenhaufen. Er scharrte nachdenklich auf dem Boden herum und lief dann in die entgegengesetzte Richtung von dem Reh.
Irgendwo muss dieser Dornenhaufen doch zu Ende sein! Hoffentlich sind mir solche Ranken nachher bei der Jagd neben dem Reh nicht im Weg!
Finley lief und lief. Er entfernte sich immer weiter weg von dem Reh, aber die Dornenwand wollte auch einfach nicht aufhören.
Wenns soweiter geht kann ich noch monatelang an dieser Dornenwand langlaufen! murmelte Finley laut vor sich her. Er drehte sich um und schaute, wie weit er nun von der Lichtung entfernt war.
Das musss jetzt weit genug sein...
Finley nahm Anlauf und sprang über die Dornenhecke. Am Boden angekommen, wollte er schnellstmöglichst sich wieder dem Reh, hinter der Dornenwand nähern. Doch dann bemerkte er das seine Rute bei dem Sprung sich verhackt hatte in den unzähligen Dornen.
Hilfesuchend blickte Finley umher.


[Out: Also ich habe nichts dagegen, wenn Etana mich etwas einbezieht. ^^ Sorry, für den verwirrenden Text hier grad. Ich hab keine Zeit gehabt, mir die vorherigen Texte ordentlich durchzulesen und hab sie nur überflogen.]

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Azura
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BeitragThema: Re: Der Wald   Fr Jan 11, 2013 8:10 am

Mit wachsamen Augen beobachtete Azura das schlanke, still grasende Reh.Was ist das für ein Gefühl, das mich durchströmt? Ich habe Hunger und brauche Schlaf, fühle mich aber putzmunter wie als könnte ich das Reh überrennen. Ob das Wohl mit beidem zusammenhängt oder eine Art Energieschub ist? Unruhig blickte sie zwischen dem Reh und einem Stein, der wie auf dem weg verwachsen zu sein scheint, hin und her. Sie wollte dieses Gefühl so schnell wie möglich loswerden, auch wenn sie es für die Jagd sehr gut gebrauchen könnte. Das hält ja sicherlich nicht für ewig an, oder? Sie versuchte, ihren Atem möglichst zu beruhigen. Sie wollte nicht dass weger ihr die Jagd schiefgehen würde, ebenso wenig dass sie verachtet werden würde. Sie duckte sich leise tiefer, so weit dass sie noch sehen konnte wann das Reh sich bewegen würde


Ihr kam es unendlich vor. Das Gewarte, ihr sich wiederholende Atmen, das prasseln des Regens und das Donnern des Gewitters. Ihre Bewegungen verlangsamten sich, je länger sie wartete und die Donnerschläge zählte. Ist bei Etana etwas passiert? Wurde sie geschnappt? Ist sie abgehauen? Nein, es ist alles Ok.... noch schleichen wir uns an um das Halsband um das Reh zu legen... Das Reh müsste sie nicht bemerken, da sie so weit sie es hörte leise waren und das Donnern und der Regen ihr Atmen übertönte. Es war kühl, aber solange es kein Eis gibt würde Azura damit klarkommen. Früher, als sie noch bei ihrem Herrchen wohnte, musste sie wenn sie unartig war im Garten schlafen. Wenn es geregnet hatte, gab es keinen Unterschlupf für sie, nicht einmal einen Balkon oder eine Scheune gab es bei ihnen. Deswegen wurde sie manchmal krank und hat sich müde und schlapp gefühlt, als sie durchnässt aufgewacht ist.

Unruhig regten sich bei ihr Erinnerungen, die durch ihren Kopf gangen, und verschwanden bevor sie ausgesprochen werden konnten. Sie wusste nichts von Früher. Von ganz früher. Sie wusste nur, das sie mit ungefähr 8.Wochen, wenn nicht sogar früher von ihrer Familie getrennt wurde. Ein Stich durchzuckte sie, während sie mühselig versuchte die Gedanken zu verscheuchen und sich zu konzentieren. Wenn ich weiterhin in diesem Zustand bleibe, werde ich vielleicht einmal in einem Kampf wegdämmern und verletzt werden! Vielleicht sollte ich mal einen von den Mitgliedern fragen, wie sie damit umgehen... Etana zum Beispiel. Sie ist eine starke Hündin, sie müsste wissen wie man mit so etwas umgeht, oder? Sie verdrängte das Gähnen, das ihr entgleiten wollte, und versuchte ihre Augen offen zu halten.

Sie bemerkte nicht, das Finley sich in dem Dornengebüsch verhedderte, sie war zu konzentriert um etwas anderes als das Reh wahrzunehmen. Ihr Energieschub verflog, genauso schnell wie er gekommen war. Nur ein Kurzzeit-Zustand... es wäre ziemlich nützlich gewesen. Wieso hab ich mir gewünscht dass es aufhört? Sie prüfte die Luft, nichtsahnend was als nächstes passieren könnte. Ob ein Feuer ausbricht und die Jagd zerstört oder.... ich hab dem alten Hund zu viel zugehört.... ich versuche mich lieber aus Gesprächen die mich nichts angehen rauszuhalten, selbst wenn sie ein paar Meter gegenüber stattfinden. [i]Und wenn einer von meinen Freunden streitet oder Probleme hat? Soll ich mich dann immernoch raushalten?

Plötzlich donnerte es laut. Sie blickte über die Lichtung in den halbwegs offenen Himmel und sah Blitze über ihnen zusammenzucken. Grelle Striche, wie die Flucht eines Hasen tauchten sie auf dem Himmel auf und hinterließen ein gewaltiges Grollen, das Azura fast das Blut in den Adern gefrieren lies. Ihre Konzentration wurde schwächer, war aber noch genug um das Reh im Auge betrachten zu können und wach zu bleiben. Der Wind blies stärker, und der Regen begann schneller vom Himmel zu fallen. Wie ein Chor, eine Melodie komponiert aus unsichtbaren Händen hinterließen sie ein Lied, eines ohne Stimme und ohne Flüstern. Eines, dass nur sie selbst kannten und spielen konnten. Das Wehen des Windes, das Grollen des Donners, das Prasseln des Regens und das Rascheln der Blätter, alles fügte sich zu einer Melodie zusammen die Azura nie vergessen würde.

Ohne es zu bemerken drehte sich der Wind in ihre Richtung und strich ihr Fell aus ihren Gesicht. Azura selbst versuchte der Melodie zu folgen und vergaß fast, dass sie noch jagen müsste. Erschrocken warf sie einen Blick zum Reh und duckte sich schnell, als es begann seinen Kopf zu drehen. Oh nein... bitte nicht... sag dass du mich nich bemerkst und dass du nur so schaust weil dich das Gewitter nervt Sie war bereit zu springen, und Finley hoffentlich auch. Die Frage ist nur, wann Etana das Reh aufzuscheuchen begann. Noch länger und es würde sicherlich fliehen, und ob sie mit einem Tier mit Hufen mithalten ,konnte das so einen schlanken und grazilen Eindruck machte, bezweifelte sie stark. Sie hatte fast nur Schwächen. Nichts als störende Ängste und Schwächen, die sie behinderten etwas richtig zutun.

Das Reh, aufgeregt und nervös zugleich begann Azura zu wittern. Es hob den Kopf und find an die Luft zu prüfen, immer und immer wieder wie als wäre es sich nicht sicher, ob der Geruch ihre Nase täuscht oder ob sie kurz vor dem Ende ihrer Geschichte ist. Panik durchstöberte die Setter Hündin. Sie wollte nicht dass das Reh nur weger ihr entkommt. Es drehte sich um und rannte so schnell es kannte in Aslans Richtung, fast springend. Du bekommst ja alles sicherlich mit, oder Finley? Sie kroch leise von Deckung zu Deckung, möglichst leise aber schnell genug um das Reh einkesseln zu können. Sie roch das Reh, und das Wasser begann in ihren Mund zusammenzuschmelzen. Krieg dich ein und bleib dran... Mit wachsamen Augen hoffte sie dass alles gut gehen würde, nicht wissend ob jemand fehlte oder ob etwas schiefgehen würde, selbst wenn sie es gesehen hätte.


Wartet/denkt nach/macht sich Sorgen/lauscht der Melodie/bemerkt dass das Reh sie wittert/verfolgt es

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Alou

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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Jan 12, 2013 4:12 am


Alou beobachtete das Reh weiter und plötzlich drehte sich die Hündin hinter der sie stand um und zischte sie an. "Keine Sorge. Ich will euch die Jagd nicht verderben. Ich bin in einer friedlichen Absicht hier." Die Hündin drehte sich wieder um. Nicht schlau einer hungernden Wölfin den Rücken zu kehren, dachte Alou. Sie griff nicht an. Sie beobachtete das Reh weiterhin. Sie sah die anderen Hunde klar und deutlich. Sollte sie fragen ob sie ein Rudelmitglied sein dürfte? Würden diese Hunde sie überhaupt annehmen.
Alou schüttelte ihren Kopf und legte sich hin. Ihr Magen knurrte leise. Sie hörte ein Rascheln. Es fing an. Die Wölfin wollte sich neben die Hündin stellen um alles besser zu sehen, doch komischerweise traute sie sich dies nicht. Die Hündin könnte sie angreifen. Sie war besser genährt als Alou und die Wölfin hatte keine Kraft. Daher setzte sie sich hin und wartete.
Wenn diese Hunde mich in ihr Rudel aufnehmen würden, dann wäre ich eine richtige Wölfin. Obwohl.. Wie kann eine Wölfin eine richtige Wölfin sein, wenn ich in einem Hunderudel, anstatt in einem Wolfsrudel bin? Doch, hauptsache in einem Rudel. Ich würde immer etwas fangen und mit meinen Mitwölfen.. Mithunden teilen. Ich werde ein gutes Rudelmitglied. Später frage ich einfach einen Hund hier. Ich bin gespannt wer es leitet.


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Blizzard
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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Jan 26, 2013 2:15 am

Lockeren Schrittes trabte Blizzard schräg das felsige Gelände hinunter. Sein Kopf war leicht gesenkt, der durchdringliche Blick nach vorne gerichtet und seine Schritte rasch und lautlos. Es hatte den Anschein, als hätte er ein Ziel. Als wüsste er genau, wo er hinwollte. Doch leider war dem nicht so.
Der Husky-Wolf-Mischling war ziellos und auch etwas gelangweilt. Seine Gedanken schlugen Purzelbäume, routierten wie wild und rebellierten nicht minderer.
Und jetzt?
Auf einen Felsplato blieb er schließlich stehen. Sein Blick fixierte das Gelände unter ihm. Das Tal war relativ klein und überschaubar. Weit hinten konnte er die Häuserdächer des Dorfes erkennen, und die angrenzenden Felder samt dem kleinen Wald. Knapp nter ihm befand sich die Baumgrenze. Noch weiter unten bahnte sich ein breiter Fluss den Weg durch das Land. Und alles machte einen so friedlichen Eindruck. Doch der Frieden war so tückisch.
Wortlos drehte Blizzard sich ab und atmete tief durch. Wie von selbst bewegten sich seine Pfoten wieder. Wie ein grauer Schatten huschte er den schmalen Pfad entlang und balancierte mit geschmeidigen Bewegungen über die Felskanten. Jeder Schritt war bewusst, so, wie es sein sollte.
Und nichts, nichts sollte sich daran ändern.


[verlässt das Gebirge]
(ich weiß, etwas, äh, grauenhaft)

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The secret side of me I never let you see I ceep it cage but I can't control it. SO stay away from me, the beast is ugly. I feel the rage and I just can't hold it. It's hiding in the dark the theet are razor sharp. There's no escape for me, it want's my soul it want's my heart. No one can hear me scream, maybe it's just a dream. Maybe it's inside of me, stop this monster.


by Aslan; danke Smile
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BeitragThema: Re: Der Wald   So Jan 27, 2013 1:23 am

...Wie lange denn noch?....Wie lange?
Aslan hatte das Gefühl, als sei schon eine Ewigkeit vergangen, seit die Jagd begonnen hatte. Als er Etanas Angriffsgebell hörte, hatte er sich noch kleiner gemacht und sich fest auf den durchweichten Boden gedrückt, bereit, hochzuschnellen, als hätte er Sprungfedern an den Pfoten. Aber jetzt kauerte er hier schon unendlich lange Minuten, von denen ihm jede vorkam wie eine Stunde, und das Reh war immer noch nicht in der Nähe. Der Schlamm, der in Aslans weichem Bauchfell und an seinen Beinen klebte, juckte fürchterlich, und der Schlamm unter Aslans Pfoten schmatzte bei jeder kleinsten Bewegung laut. Aslans Fell, das schlaff und glatt an ihm hinunterhing wie ein nasser Lappen, hielt den kalten Regen längst nicht mehr ab, sodass dieser bis zu Aslans Haut vordrang. Der Leonberger musste sich zusammenreißen, um nicht vor Kälte zu zittern. Seine angespannten Muskeln schmerzten und seine Gelenke fühlten sich so steif an, dass Aslan sicher war, dass sie streiken würden, wenn er versuchte, sich auf irgendetwas Größeres zu stürzen als eine Wühlmaus. Mit jeder Sekunde, die er hier verbrachte, auf den Boden gepresst hinter einem Busch, dem Regen und dem Wind beinahe schutzlos ausgesetzt, wurden seine Chancen geringer, sich schmerzfrei bewegen, geschweige denn ein fliehendes Reh anspringen zu können. Er fühlte sich jetzt schon mehr wie ein Stein oder ein Baum als wie ein lebendiges Wesen. Warum beeilten sich die Anderen nicht? Was war los?

Da stimmt doch was nicht...irgendetwas muss schiefgelaufen sein. Das Reh müsste längst hier sein. Nervös hob Aslan den Kopf, wohl wissend, dass er dadurch riskierte, von seiner Beute entdeckt zu werden. Aber als er durch eine der Lücken im löchrigen Blattwerk des Busches schaute, sah er nichts. Das Unterholz verdeckte den Blick auf die Lichtung. Verdammt! Wenn er jetzt nachschauen ging, was los war, und wenn das Reh genau in dem Augenblick in den Wald floh, dann würde die Jagd ein Schlag ins Wasser werden, weil Aslan nicht auf seinem Posten war. Aber wenn er jetzt nicht nachschauen ging und die Jagd schon längst misslungen war, stand er da wie ein Idiot, der er vermutlich auch war – oder, noch schlimmer, er verpasste die Chance, die Jagd irgendwie doch noch zu retten. Der alte Leonberger schüttelte heftig den Kopf, sodass seine Ohren schlackerten, um das Wasser loszuwerden, dass ihm in die Augen lief. Was immer Etana, Azura und Finley auf der Lichtung trieben, er konnte nur abwarten und ihnen vertrauen...

Und dann hörte er es.
Aslans Herz machte einen wilden Sprung, als das sich schnell nähernde Trommeln der Hufe an sein Ohr drang. Das Trommeln fliehender Rehhufe. Und dann das Knacken von großen, sich schnell bewegenden Hundepfoten, die durch das Gebüsch brachen und ebenfalls immer näher kamen. Das Knacken jagender Hundepfoten. Und das aufgeregte, schrille Gebell, dass durch den Wald hallte und fast den Donner überdeckte, der am Himmel grollte. Sie kamen! Oh, und wie sie kamen! Endlich!
Aslan vergaß das Gewitter, vergaß seine Gelenke, vergaß den Regen, er dachte nur noch an die Jagd und an das Reh und an diesen so einfachen, aber so entscheidenden Sprung, den er zur Jagd beizusteuern hatte. Einen Sprung, den er nicht vermasseln wollte. Im grellen weißen Licht eines Blitzes erhaschte er einen Blick auf die schlanke braune Gestalt, die im Zickzack durch den Wald flitzte und geschickt den Baumstämmen auswich. Schlammbrocken und Wasser spritzte unter den Hufen des Rehs auf und auf seiner kopflosen Flucht nahm es einige gefallene Herbstblätter mit, die sich in seinem Fell verfingen dort hängen blieben, im Fahrtwind flatternd. Die weiße Blume des Rehs leuchtete im schwachen farblosen Licht. Und dahinter zwei kleinere, braune Gestalten mit etwas kürzeren Beinen, die sich wesentlich schwerfälliger bewegten als das flinke Beutetier und ein Stück zurückgefallen waren. Vorne lief Etana, ihr muskulöser Körper lang gestreckt wie der einer jagenden Raubkatze. Und der langhaarige rotbraune Hund dahinter mit den im Wind wehenden Schlappohren musste Azura sein, auch wenn die beiden Hunde vom Gebüsch verdeckt waren und auch wenn Aslan seinem Geruchssinn, der ihm seine These bestätigte, nicht mehr traute, nachdem er White Death gerochen hatte, der eigentlich gar nicht hier sein konnte. Aber daran durfte er jetzt nicht denken. Er musste sich konzentrieren – konzentrieren... Wo war Finley? Er sollte dabei sein, aber Aslan sah ihn nirgends.

Sei´s drum. Das Reh lief in die richtige Richtung, und das war alles, das für Aslan im Moment zählen durfte, wenn er nicht daneben springen wollte. Über alles andere konnte er sich später Gedanken machen. Er spannte sich an und stemmte die Pfoten gegen den Boden, um sich halb zu erheben. Der Schlamm war so saugkräftig, dass Aslan nur mit Mühe die Pfoten herausziehen konnte, die bis zum Knöchel eingesunken waren. Danach stellte er sich auf die Zehenspitzen, damit der Matsch sich nicht erneut an ihm festsaugen konnte. Nicht gerade das perfekte Wetter, wenn man jagen wollte, vor allem, da der Schlamm den kleinen Hufen des Rehs nichts anhaben konnte, aber man musste nehmen, was man bekam. Also dann. Ich war in der Arena, da werde ich wohl ein gewöhnliches Reh töten können! Die trommelnden Hufe näherten sich. Aslan betete darum, dass seine Sprungkraft ihn nicht ausgerechnet jetzt im Stich ließ, lehnte sich leicht nach hinten und wippte sprungbereit auf den Hinterbeinen. Sein ganzer Körper fühlte sich an wie ein schlecht geöltes Eisengestell, vielleicht ein rostiges dazu, aber für einen Sprung würde – für einen Sprung musste es reichen. Und wenn Aslan sich dabei die Knochen brach: Sein ganzes Wesen schien nur noch aus Entschlossenheit zu bestehen.
Das Reh roch Aslan nicht. Es war in Panik, es dachte überhaupt nichts mehr, seine ganze Energie schien es aufs Rennen zu verwenden. Als es einen scharfen Haken um eine Eiche schlug und beim Ausweichen eine junge Birke streifte – die Birke, neben der sich das Gebüsch befand, hinter dem Aslan kauerte – war es soweit. Das Reh hätte Aslan nicht einmal bemerkt, wenn er offen dagestanden wäre. Es blickte nicht zur Seite, es blickte nicht zurück. Wenn das nicht der perfekte Augenblick zum Sprung war... Na schön. Jetzt oder nie!
Aslan duckte sich tiefer. Und dann sprang er.

Seine Hinterbeine drückten den Boden nach unten weg, und obwohl eine seiner Pfoten abrutschte, gelang der Sprung. Nie hätte Aslan gedacht, dass er noch so gut in Form war. Wie ein Geschoss schnellte sein schwerer Körper durch die Luft, setzte mit Leichtigkeit über den kümmerlichen Busch hinweg, den er als Versteck genutzt hatte, und da war das Reh – raues braunes Fell, leichtfüßig über den Boden tanzende Hufe und weit aufgerissene Augen – es erkannte die Gefahr und versuchte auszuweichen, aber einen Herzschlag zu spät: Aslan traf es. Wenn auch etwas anders als geplant – ursprünglich hatte er dem Reh auf den Rücken springen wollen, jetzt prallte er frontal gegen die bebende Brust des fliehenden Tieres. Es war eine Kollision, die Aslan niemals vergessen würde, denn egal, ob Rehe leicht gebaute Tiere sind, und egal, wie viele Zusammenstöße dieser Art Aslan schon durchgemacht hatte, auch mit so schweren Hunden wie Mastiffs und Pitbulls – ein rennendes Reh könnte einen Baum umrennen. Aslan dachte, seine Brust müsste zersplittern. Er bekam einen schmerzhaften Augenblick lang keine Luft mehr und vergaß fast, zuzubeißen, riss aber im letzten Moment das Maul auf und grub seine Zähne in das erstbeste Ziel, das sich in Reichweite befand: Die Kehle des Rehs. Fast sofort schmeckte Aslan Blut und spürte, wie Sehnen und Muskeln unter seinen Zähnen nachgaben, an sich ein ziemlich unangenehmes Gefühl.

Das war das Ende für das Reh. Mit einer Art schmerzerfülltem Röcheln verlangsamte es, versteifte sich, taumelte, fiel aber nicht hin. Aslan, der an dem Hals des Tieres hing, schlug mit den Hinterpfoten aus und schaffte es, den Boden zu berühren, denn er war so groß, dass er das Reh, wenn er sich auf die Hinterbeine stellte, locker überragte. Er stemmte die Beine in die weiche, nachgiebige Erde, bis er irgendwo Halt fand, und riss den Kopf mit einem Ruck herum, um das Reh, das er immer noch an der Kehle gepackt hielt, aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es klappte; das geschwächte Tier wehrte sich nur schwach, stolperte über seine eigenen Beine und fiel zur Seite, wobei es Aslan, der immer noch auf den Hinterbeinen dastand, die Zähne in seine Kehle gegraben, mitriss. Aslan hatte dieses Manöver schon unzählige Male durchgeführt und er wusste, dass es nun geschafft war; das Reh würde nicht mehr lange leben. Vorsichtig öffnete er das Maul und brachte sich dann mit einem Hechtsprung in Sicherheit, um den wild ausschlagenden Hufen des am Boden liegenden Rehs zu entgehen.
Noch ein paar Male zuckten oder traten die schlanken, langen Beine des braunen Tiers, aber jedes Mal etwas schwächer, bis das Reh schließlich aufgab und stillhielt. Sein röchelnder Atem schien den ganzen Wald, nein, die ganze Welt zu füllen. Am liebsten hätte Aslan die Ohren verschlossen. Zu seiner eigenen Überraschung fühlte er weder Freude noch Triumph, sondern etwas...etwas Anders. Er fuhr sich mit der Zunge die Lefzen und es kam ihm vor, als hafte dem Blut, das daran klebte, ein bitterer Geschmack an. Jetzt hast du also schon wieder ein Lebewesen getötet, Aslan, obwohl du dir geschworen hattest, dass damit Schluss ist, wenn du irgendwie aus der Arena herauskommst...
Innerlich knurrte Aslan wütend sein schlechtes Gewissen an. Ich bin ein Hund, verdammt nochmal! Hunde töten Beutetiere, wie alle anderen Raubtiere auch! Das ist ganz normal. Wenn ich das jetzt wegen der Arena nicht kann...nicht einmal das... Aber er konnte nichts dagegen tun, dass sein Inneres sich zusammen krampfte, wenn er in die Augen des sterbenden Tieres schaute, die kalt und leblos waren wie Glas. Warum – warum? Konnte er nicht einfach wie ein ganz normaler Hund seine Beute anspringen und sie töten, ohne darüber nachzudenken – wie es eben ein ganz normaler Hund machen würde?
Zumindest werden wir heute Abend satt werden. Aslan streckte sich kurz, hob dann mit einer entschlossenen Geste Kopf und Schwanz, um sich selbst zuversichtlicher zu stimmen, und trabte Etana und Azura entgegen, die aus dem Dickicht geprescht kamen. Der Geruch nach Blut schwängerte die Luft, und nicht einmal der stetig prasselnde Regen konnte ihn auslöschen. “Das war´s!“, rief Aslan den beiden Hündinnen zu, obwohl das vermutlich die überflüssigste Bemerkung aller Zeiten war. Das tote Reh, das lang ausgestreckt im Gras lag, war schwer zu übersehen. “Wo ist Finley?“

[ wartet auf das Reh | ungeduldig | hört das Reh | sieht das Reh und Azura & Etana, die es verfolgen | wartet auf den richtigen Moment | springt | Reh weicht aus | prallt gegen die Brust des Rehs, stemmt die Pfoten in den Boden und stoppt es | beißt zu | bringt es zu Fall | lässt los | Reh stirbt | fühlt sich schlecht | läuft Etana und Azura entgegen und sagt etwas ]
Sorry, der Post ist schlimm. Ich werd mir Mühe geben, den Nächsten besser zu machen^^

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Es gibt nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, in meinem Drang nach Leben spür ich die Zeit verinnen, wenn ich nicht ganz klar sage: "Schluss!", fällt bald mein Gnaden-schuss.

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BeitragThema: Re: Der Wald   So Jan 27, 2013 3:52 am

[Danke, Aslan, du rettest den Schreibfluss der Geschichte! cheers ]


Mit kraftvollen Sprüngen setzte Etana dem Reh hinterher. Sie hatte nicht gedacht, dass das Tier so schnell und flink sein würde. Ihr ein gutes Stück voraus, setzte es über einige Sträucher und verschwand aus ihrem Sehfeld.
'Nein!', dachte sie entschlossen, 'Du darfst und wirst nicht entkommen!' Sie mobilisierte ihre letzten Kräfte und legte noch einmal an Geschwindigkeit zu - da hörte sie das erlösende Geräusch schwerer Pfoten und einen Rumms, als etwas auf den Boden knallte. Das Reh schrie, sie hatte nicht gewusst, dass die sonst so stummen Tiere das konnten. Mit frohlockendem Herzen preschte sie zwischen den Bäumen hindurch, wo sie zum trabenden, federnden Schritt verlangsamte, als sie Aslanmit der erlegten Beute entdeckte. Erst jetzt bemerkte sie Azura hinter sich.
"Aslan, du hast es geschafft!", rief sie frohlockend, "Spitze!" Aufmerksam schnüffelnd lief sie zur erlegten Beute, um sicherzugehen, dass das Reh auch wirklich tot war. Dass sie fressen mussen, bedeutete noch lange nicht, dass sie ihre Beute leiden ließen. Anerkennend stellte sie fest, dass das Herz des Tieres bereits zu schlagen aufgehört hatte.
Aslans Frage riss sie in die Realität zurück, und gleichzeitig schoss ihr die Erinnerung an die Wölfin in den Kopf. Sofort spannten ihre Muskeln sich wieder an.
"Wir sind nicht alleine hier", warnte sie ihre beiden Rudelkameraden, "Ich bin vorhin einer Einzelgängerin begegnet - einer Wölfin! Sie ist abgemagert, aber ich würde sie nicht unterschätzen.
Aslan, bitte bewach das Reh. Azura, such Finley, du weißt ja, wo er ungefähr sein müsste! Ich werde mir diese Wölfin vorknöpfen ... wenn ich Hilfe brauche, rufe ich euch!
" Ohne auf Reaktion zu warten, fuhr sie herum und wandte los, ihre einsetztende Erschöpfung war vergessen. Sie würde diese Wölfin stellen, bevor sie womöglich Finley nachstellte oder sich heimlich an ihre Beute heranschlich.
Sie preschte durch den Wald, als würde sie fliegen. Als sie am Ende der Lichtung ankam, verharrte sie und prüfte die Luft. Langsam und mit angespannten Sinnen kehrte sie zu ihrem vorherigen Versteck bei der Jagd zurück - und tatsächlich, da stand die Wölfin noch.
Wachsam und misstrauisch stellte die Rhodesian Ridgeback Hündin sich ihr gegenüber, die Beine fest in den Boden gestemmt, den Ridge aufgestellt und gesträubt, den Kopf leicht gesenkt. Keine Bewegung ihres Gegenübers ließ sie sich entgehen. In diesem Moment war sie zu einhundert Prozent Leithündin ihres Kleinrudels, die vorläufige Entscheidung der Anderen war für diesen Moment voll und ganz gültig - und das Rudel musste geschützt werden.
"Also", sprach sie die Wölfin mit dunkler Stimme an, "Was willst du von meinem Rudel?"

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Let them run, let them live,
But do not forget what we cannot forgive!

(Abgeänderter Auszug aus Deception aus dem Film The Lion King II)
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BeitragThema: Re: Der Wald   Mi Jan 30, 2013 8:43 am

Du wirst uns nicht entkommen. Du sitzt in der Falle, selbst wenn du die Richtung ändern würdest. Ein Hoffnungsloser Kampf auf Leben und Tot.

Verdeckt, von den Büschen getarnt schlich Azura, noch unbemerkt an der Seite des flüchtenden Rehs. Sie hatten alle Fluchtwege für das Reh versperrt, selbst wenn es nach rechts flüchten würde gäbe es kein Entkommen. Wahrscheinlich wusste das Reh es nichtmal, auch wenn es Azura gewittert hatte. Anscheinend machte Etana, die es über die Lichtung hetze so große Angst, als würde es keine Anstalten machen Haken zu schlagen. Es floh einfach nur, springend, nicht ahnend dass Aslan nur darauf wartet, es auf den Boden zu werfen. Sie selbst versuchte die Flanke zu sichern, aber damit Schritt zu halten war nicht einfach. Der Regen prasselte in ihre Augen, als wolle es nicht dass das Reh stirbt. Die Baumkronen halfen ihr auch nicht viel weiter, sie raschelnden nur laut wenn der Wind durch ihnen tänzelt. Das Donnergrollen übertönte das halbe Geschehen. Das Gewitter schien, als würde es immer gewaltiger werden. Die Setter Hündin hoffte, dass es bei ihrer Reise nicht dauerhaft Regnen würde. Sicherlich würde dann nurnoch einiges schwerer werden und ihre Sicht würde verdeckt werden.

Die Hündin bemühte sich Schrittzuhalten, aber sie musste schneller werden. Würde das Reh die Richtung wechseln, könnte sie es nicht rechtzeitig überraschen und alles würde zunichte gehen. Sie sammelte ihre übrig gebliebenen Kräfte und legte einen Zahn zu, gerade unauffällig genug damit ihre schwerfälligen Schritte sie nicht verrieten. Das Gras wirkt wie rutschiger Schlamm.... entweder versinkst du oder du rutschst aus. Ihr Atem wurde schneller und der kalte Wind löste Kälte in ihr aus. Sie hatte nicht das dichteste Fell, geschweige denn viel Fell, aber sie hoffte dass ihr Anteil ihr helfen würde, den Winter zu überstehen. Doch sie fürchtet sich, und ihre Angst legte sich wie ein Schleier um sie. Sie konnte nur ein paar kurze Blicke auf das Reh erhaschen. Seine Hufe schienen zu schweben, majestätisch, wie als würde es fliegen. Ich wünschte ich könnte auf so fliegen wie das Reh....

Sie mussten Aslan nahe sein. Mir geht langsam meine Kraft aus... noch mehr als sie schon ist Sie hoffte dass Aslan das Reh erfolgreich umwerfen würde. Er sah für sie stark genug aus, auch wenn er alt aussehen mag. Das Geräusch von vorne kam zur rechten Zeit. Aslan sprang über das Gebüsch, hoch genug um es kaum zu berühren. Das Reh riss seine Augen auf und wollte fliehen. Aslan jedoch kollidierte mit dem Reh, was sie selbst nicht erwartet hätte. Es schien als wäre Aslan mitgenommen, und das Reh ebenso, schaffte es jedoch noch die Zähne in die Kehle des Tieres zu vergraben. Das Tier zuckte und versuchte sich zu wehren, der Leonberge schaffte es jedoch zu Fall zu bringen. Es wehrte sich nurnoch schwach, bis das Reh seinen Geist aufgab und langsam aus dem Leben wich.

Azura war nicht begeistert, das Reh tot sehen zu müssen, aber damit musste sie nun Wohl leben. Sie setze sich etwas rechts hinter Etana, und beobachtete stumm wie Aslan stolz zu ihnen hertrabte und eine Bemerkung hinterließ, die sie nicht bemerkte. Sie roch dass irgendwer fehlte, dass Finley fehlte. Sie schaute sich kurz um. "Wo ist Finley?" Es schien, als wäre er nicht da, weder hinter ihnen noch bei ihnen. Hatte er wirklich das alles verpasst, war etwas passiert oder hatte er keine Kraft mehr? Etana erteilte ihnen einen Befehl und sprach etwas von einer Einzelgängerin, einer Wölfin die ihr begegnet war. Bevor sie auf nur irgentwelche Fragen stellen konnten war sie auch schon fort. Einer Wölfin? Sie blickte verwirrt zu Aslan, warf ihm einen kurzen, anerkennenden Blick zu und machte sich zugleich auf dem Weg, Finley zu suchen.

Das Donnern des Gewitters schien langsam leiser zu werden und die Blitze waren nun weniger zu sehen. Azura hoffte Finley so schnell wie möglich zu finden. Er müsste irgendwo hier sein... Sie versuchte seine Fährte aufzunehmen, jedoch war wenig von ihm zu hören oder zu riechen. Sie gab einen kurzen Jauler von sich, als die Dornen die aus dem Busch wuchsen sich in ihren Pfoten hakten. Es war zwar nicht sehr schmerzhaft, aber sie wollte nicht mit einem Dorn in der Pfote den ganzen Weg laufen müssen. Sie schaffte es ihn abzuschütteln, passte diesesmal aber auf wo sie hinlief. Sie heilt sich etwas abseits von den Büschen auf. Die Dornenhecke schien ewig zu gehen Es schien als gäbe es keine freie Stelle. Es war alles voller stacheliger Dornen, die niemanden durchlassen würden.

Vielleicht war das ja die Ursache... Sie prüfte noch einmal die Luft, diesesmal nichtnutzlos. Finleys Fährte schien in der Nähe zu sein. Tatsächlich war er dort, weit weg von dem Ort an den sie sich besprochen hatten. Seine Fährte war nahe, und sie konnte schwach sein goldenes Fell schimmern sehen. "Finley!" Sie flüsterte leise, um ihn nicht zu sehr zu erschrecken und rannte schnellstmöglich zu ihm hin. "Ich dachte schon du bist verschollen.. du... Sie musterte ihn kurz und bemerkte dass seine Rute sich in einem Haufen stacheliger Dornenranken verheddert hatte. "Du brauchst Hilfe? Sie legte kurz den Kopf schief und lächelte höflich, bevor sie sich über das Dornenmeer bewegte. Anscheinend war dies der Grund weshalb er nicht erschienen ist. Aber zum Glück war auch so alles richtig verlaufen. Wer diese Wölfin wohl ist?


[verfolgt das Reh | beobachtet Aslan | setzt sich zu Etana und hört die Befehle | sucht Finley und läuft an der Dornenhecke entlang | findet ihn und bietet ihre Hilfe an]
Der Post ist mies geworden ._. versuch das nächste mal besser zu schreiben T-T

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BeitragThema: Re: Der Wald   Do Jan 31, 2013 2:59 am

Finley schaute auf seine Rute, die sich in dem Dornengebüsch festhing. Er lief kurz ein paar Schritte vor, um zu testen ob sich das Fell stark um die Dornen gewickelt hatte. Er zog leicht doch wich sofort wieder einige Schritte zurück, weil das ziehen des Fells an seiner RUte zu schmerzvoll war.
Mist! Jetzt wird das Reh nicht von mir begrenzt und weicht vielleicht zur Seite aus! Dann ist das Rudel bestimmt sauer, weil ich noch nicht mal meine Aufgabe ordentlich ausfürhen kann!
Finley wandte seinen Körper und versuchte mit seinem Maul das Fell sanft aus den Dornen zu bekommen. Auch dieser Versuch klappte nicht so ganz, weil die Dornen ihn zu sehr in das Zahnfleisch stachen.
Finley seufzte, dann stellte er seine Ohren auf und lauschte den Wald Geräuschen. Leider konnte er nicht hören, ob die Jagd schon begonnen hatte oder nicht.
Finley wurde zunehmend unruhiger und verzweifelter. Nervös lief er hin und her und trampelte einen kleinen Fleck des Waldbodens nieder.
Doch plötzlich roch er einen bekannten Geruch.
AZURA! Als er die Hündin erblickte, legte er die Ohren freundlich an und wackelte mit seinem Hintern und begrüßte sie mit einem freundlichen Stups in die Seite.
Wie du siehst, habe ich mich in diesem Dornengestrüpp verfangen. Ich habe schon einiges versucht, loszukommen, aber es hängt zu fest drin. Hast du eine Idee, wie ich hier rauskommen könnte?

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"Achtung Gefahr! Vorsicht!Wer ist das? Gib Obacht!Trau keinem! -
Misstrau'n ist gut, Mitleid ist böse, Lügen heißt Leben,Vertrauen heißt Tod.
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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Feb 02, 2013 1:28 am

Die Schritte der beiden Hündinnen waren federnd und lautlos, als sie die Sicherheit des Gebüsches verließen und Aslan erreichten. Azura machte, jetzt, wo Aslan sie genauer betrachtete, wirklich einen erschöpften Eindruck und schien mit den Gedanken woanders – in ihrem eigenen Kopf vielleicht. Aslan konnte sie gut verstehen, und eigentlich fühlte er sich so, wie Azura aussah, denn die Kälte und Müdigkeit nagten genauso an ihm wie das bittere Gefühl, erneut jemanden getötet zu haben, und sei es auch nur ein Reh. Etana dagegen marschierte daher, als sei sie im Vollbesitz ihrer Kräfte. Brust raus, Bauch rein. In Leithund-Pose. Sie weiß wirklich, was man als Rudelführer zu tun hat... Aslan verkniff sich ein kurzes, gedankenverlorenes Lächeln. Er hatte die Zeit nicht erlebt, in der Finley im Rudel das Wort vorgegeben hatte, aber es erschien ihm inzwischen unmöglich, dass irgendein anderer Hund das Rudel führen könnte außer Etana. Sie hatte dieses gewisse Etwas...diese Autorität und das Talent, selbst in den chaotischsten Situationen den Überblick zu bewahren und alles so zu organisieren, dass es klappte. Aslan war vielleicht älter und erfahrener als sie, aber es gibt Hunde, die taugen nicht zum Rudelführer, und Hunde, die sind dafür geboren. Wenn Aslan Etana so sah, dann konnte er sich des Gedankens nicht erwehren, dass sie dafür geboren sein musste.

“Wir sind nicht alleine hier. Ich bin vorhin einer Einzelgängerin begegnet – einer Wölfin! Sie ist abgemagert, aber ich würde sie nicht unterschätzen.“
...Was?! Vor Überraschung hätte Aslan beinahe einen Satz gemacht. Eine Wölfin – eine Wölfin? Hier? Das gab es ja wohl nicht. Gut, sie waren hier in einem Wald, und gut, sie waren weit weg von den Menschen, in der Wildnis eben, aber der Art, wie Etana das Wort „Wölfin“ aussprach – als sei es ganz normal, dass einzelne Wölfinnen in der Nähe von Hunderudeln herumstreunten – konnte Aslan sich nicht anschließen. Er musste diese Neuigkeit erst einmal verdauen. Bis jetzt hatte er in seinem ganzen Leben nur zwei Wölfe gesehen, wenn man White Death, den Wolfshybriden, einmal ausnahm. Und er hatte gegen beide kämpfen müssen. Obwohl er nicht wollte. Obwohl er sie respektiert hatte, weil sie seine Ahnen waren und weil sie draußen in der Wildnis gelebt hatten – weil sie frei gewesen waren. Nie hätte er damit gerechnet, jemals in seinem Leben einen frei lebenden Wolf zu treffen…schon gar nicht so früh. Dieses Gebiet war gefährlich, überall im Wald liefen Zweibeiner herum. Eigentlich hatte Aslan gedacht, dass sich so scheue Tiere wie Wölfe weit weg, im Gebirge vielleicht oder sogar dahinter, aufhalten würden. Und dann – was bedeutete „vorhin“? Etana war so gut wie die ganze Zeit bei ihnen gewesen.
Jetzt begann sie wieder zu sprechen. “Aslan, bitte bewach das Reh. Azura, such Finley, du weißt ja, wo er ungefähr sein müsste! Ich werde mir diese Wölfin vorknöpfen...wenn ich Hilfe brauche, rufe ich euch!“ Das war´s. Ohne ein weiteres Wort wandte Etana sich zum Gehen. Aslan öffnete das Maul, um eine Frage zu stellen, aber da war die Rhodesian-Ridgeback-Hündin schon weg. Wie ein verwischter brauner Fleck jagte sie durch den Wald, zurück zur Lichtung, und verschwand aus Aslans Blickfeld. Fast gleichzeitig machte auch Azura Anstalten, zu gehen. Aslan warf ihr einen fragenden Blick zu, den sie erwiderte, in ihren feuchten braunen Augen stand Anerkennung. Und dann war auch Azura unterwegs. Aslan blieb alleine zurück mit nichts als einem Befehl und einer offenen Frage.

Was soll das Ganze?
Ein gereiztes Knurren erzitterte in seiner Kehle, ging aber im inzwischen etwas leiseren, ferneren Grollen des Donners unter. Es regnete immer noch, aber etwas weniger stark. Wenn es blitzte, dann brauchte es etwas länger, bis der Donner folgte. Die Luft schmeckte nicht mehr nach Elektrizität. Kurz: Das Gewitter begann, sich zu entfernen. Mit einem schicksalsergebenen Seufzer ließ Aslan sich in eine sitzende Position sinken und hielt die Nase in die vom Regen reingewaschene Luft. Wenn seine Gelenke die Kälte und Nässe etwas besser ausgehalten hätten, hätte ihm das Gewitter vielleicht sogar Spaß gemacht. Aslan mochte es, wenn die Luft nach dem Regen frisch und sauber war. Er mochte das Geräusch der Tropfen, die auf die Baumkronen niederprasselten, und als er ein junger Hund war, hatte er immer mit den Donnern um die Wette gekläfft. Und jetzt...jetzt musste er nur hoffen, dass er sich morgen noch bewegen konnte. Er sog die reine Luft tief ein. Wilde Luft. Freie Luft. Waldluft. Keine Stadtluft, wie Aslan sie seit Beginn seines Lebens hatte einatmen müssen. Das hier war so lange sein Traum gewesen...ein Leben in der Wildnis, ohne Gitterstäbe, ohne wütende Menschen, die auf ihn einbrüllten, ohne Kämpfe und ohne Tritte von seinem Besitzer. Er hatte einfach alles vergessen wollen. Ein neues Leben anfangen. Und jetzt? Jetzt stellte er fest, dass er nicht von seiner Vergangenheit loskam. Ironie des Schicksals...
Finley verschwand und eine Wölfin tauchte auf. Das war seltsam. In der Luft machte Aslan jetzt auch Etanas, Azuras und - ja – Finleys Geruch aus, schwach zwar, weil der Regen die meisten Gerüche auslöschte, aber deutlich. Es roch nicht danach, als wäre irgendeiner von ihnen weit weg; sie mussten sich im Gebüsch rund um die Lichtung aufhalten, auf der das Reh gegrast hatte. Und Finley roch gesund und genau so, wie er vor der Jagd gerochen hatte. Also war ihm nichts passiert. Aber was war mit der Wölfin? Aslan hob den Kopf noch höher, öffnete das Maul, um besser zu riechen, und stellte sich fast auf die Hinterbeine in dem Versuch, ihren Geruch aufzufangen. Und – er roch sie. Wölfe waren zwar Caniden, aber diese Wölfin roch völlig anders als die vielen Hunde, die Aslan in seinem Leben untergekommen waren. Dieser Geruch war...wild. Sie roch zwar nach Hund, ja, aber nur ganz wenig. Hauptsächlich roch sie nach feuchter Erde und Moos und nach vermodernden Blättern, nach Harz und nach Regen und nach Freiheit. Und ihr haftete dieser seltsame „Fleischfresser-Geruch“ an, den die Menschen wohl „Gestank“ nennen würden und den man so oft an Füchsen findet.
Aslan konnte nicht sehen, was Etana machte, also beschloss er, ihr als Rudelführerin zu vertrauen, dass sie die Angelegenheit entsprechend regelte, und zu tun, was sie ihm aufgetragen hatte: Auf das Reh aufpassen. Auch wenn das der unnötigste Befehl war, den Aslan je erhalten hatte, denn das Reh war zwar zierlich und vermutlich sogar leichter als er, aber trotzdem noch so schwer, dass niemand es ohne Weiteres davonschleppen könnte. Der große Leonberger trat ein Stück zurück, bis seine Hinterläufe gegen den Rücken des toten Rehs stießen. Dann setzte er sich wieder und wartete ab.


[ geht Azura und Etana entgegen | hört zu | verblüfft | bleibt allein beim Reh zurück | denkt nach | wittert | riecht Alou | denkt wieder nach | wartet ab ]
(Out: Sry^^ schlimmster Post meines Lebens...)

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BeitragThema: Re: Der Wald   Sa Feb 09, 2013 6:26 am

AZURA! Finley schien wirklich vom Weg abgekommen zu sein. Weit weg vom Reh hatte er sich versteckt, ohne dass sie etwas darüber wissen konnten. Ihr selbst sind auch die ganzen Dornenbüsche aufgefallen, die sich auf seiner Seite verbreitet haben wie Espenlaub. Als sie bei ihm angekommen war, bekam sie einen freundlichen Stupser auf die Seite, die Azura höflich erwiderte. Nun wusste sie warum Finley nicht erschienen und die Flanke verteidigt hat, und die anderen würden es auch bald erfahren. Müde von der Jagd musterte Azura die Rute des Rüden. Seine Rute hatte sich in einem Dornenbusch verhangen. Deshalb konnte er bei der Jagd auch nicht helfen und musste hierbleiben bis Hilfe kam. "Wenn du ein Auge zudrücken kannst könnte ich dir helfen, deine Rute aus dem Busch zu befreien. Ich hoffe du hast nicht versucht deine Rute zu befreien?" Sie schaute den Rüden schief an und erwartete genau das, was sie gefragt hatte. Trotzdem lies sie den Rüden kurze Zeit um ihre Frage zu beantworten. "Ich fang mir zwar auch ein paar Kratzer und Dornen ein, aber das ist egal." Ihr machte es nichts aus, ihre Schnauze in eine Hand voll Dornen zu stecken, sie würde nun alles dafür tun um so schnell wie möglich in die Höhle zu kommen. " Ich könne versuchen meine Schnauze in das Gebüsch reinzustecken, und die Dornen aus deiner Rute rauszuziehen, auch wenn mich der ein oder andere Dorn verletzen würde. Das Einzige was du dann nicht machen dürftest ist daran zu ziehen. Es wäre sinnlos und schmerzhafter, als wenn ich die Dornen rausziehen würde. Und was bringt es an einer Leine zu zerren, wenn du fest angebunden bist?" Diese Aussage war Azura ausversehntlich über die Zunge gerutscht. Sie wollte nicht mehr an die Menschen denken, sie wollte sie einfach nur noch ausblenden. Ihr Kopf senkte sich kurz. Du darfst jetzt nicht so denken Azura. Finley braucht Hilfe, und helfen kannst du ihm nicht wenn du nur in Gedanken schwelgst." Sie schüttelte benommen ihren Kopf. Sie wollte erst Finleys Antwort nicht abwarten. Sie verlierten gerade genug Zeit, und Etana ist sicherlich schon mit der Wölfin zu Aslan zurückgekehrt, während sie sich an einem Dornenbusch ausplauderten und nichts machen. Ob er sich Sorgen weger der Jagd macht? Nun, da ich nun hier bin müsste ihm die Antwort wohl klar auf den Augen liegen, deshalb wird er sich jetzt sicherlich keine Sorgen mehr machen. Etana wird hoffentlich darüber hinwegsehen, da die Jagd erfolgreich gelaufen war, aber das war im Moment noch nicht relevant. Die Dornen im Dornenbusch waren nicht gerade wenige, weshalb Azura nicht wenig aber auch nicht zu viel zutun haben müsste, und sie machte sich auch gleich an die Arbeit.

Sie steckte ihre Schnauze wie geplant in den Busch, und versuchte bis Finleys Rute voranzukommen. Sie musste ihre Augen schließen, da die Dornen die ganze Zeit an ihrem Gesicht vorbeistrichen. Sie müssten sich eigentlich nicht verhaken, wenn sie aufpasst und nicht zu sehr zusammenzuckt. Als Finleys Rute zu sehen war, versuchte sie vorsichtig und möglichst schmerzlos die Dornen nach einander zu entfernen. Du hälst das schon durch... Sie wollte ihm nicht wehtun, sie wollte ihm nur helfen aus der Falle herauszukommen. Würde ein Einzelgänger sich verheddern, hätte er wenige Chancen sich aus so einem Dornengestrüpp zu befreien. Für sie war jede Dorne eine Herausforderung. Jedes Mal musste sie sich zur nächsten vorkämpfen, und die Dornen die sich in ihrem Fell verhedderten jagten ihr einen kurzen Schauder über den Rücken. Sie bekam langsam Angst, dass sie selber in dem Gebüsch hängen bleiben würde und nicht mehr rauskommen könnte. Selbst der Regen konnte sie nicht beruhigen. Für sie hörte sich jedes Tropfen wie ein Herzschlag an, jedes Donnern wie ein Rufen. Etana war mittlerweile sicherlich wieder bei Aslan, und sie? Sie kauten immernoch auf Dornen rum, während die Zeit an ihnen vorbeistrich. Es sind nicht mehr viele.... sobald wir hier draußen sind können wir uns ich Ruhe an einem Reh begnügen und uns schlafen legen... Doch die Stille beunruhigt mich. Wahrscheinlich haben sich die ganzen Tiere von dem Sturm verkrochen, vielleicht ist es deshalb so schrecklich Still hier. Nach einer Weile hatte sie die Dornen von Finley befreit. Die Dornen müssten jetzt alle entfernt worden sein, und er müsste nun entkommen können. Ihr jagte öfters das Negative durch den Kopf, aber jetzt war sie sich sicher. Sie überprüfte kurz nochmal seine Rute, bevor sie die Nachricht zu ihm rufte.

"Du müsstest jetzt eigentlich rauskommen können!" In ihrer Stimme lag ein Teils schmerzerfülltes, Teils erleichterter Ton. Sie war froh dass Finley nun frei ist, und hoffte nun alles für heute erledigt zu haben. Sie vergaß vollkommen, dass eine Wölfin in der Nähe war, und dass Etana mit ihr redete. Doch als sie versuchte aus dem Gebüsch zu entkommen, gab sie ein kurzes Winseln von sich. Die Dornen hatten sich ebenfalls verhakt, da ihr Fell etwas länger war, aber sie kennte so eine Situation. Ihre Herrchen hatten fast das Selbe gemacht, nur mit Handschuhen. Dagegen andere hatten Probleme ihre Hunde aus Dornenbüschen zu befreien, wie sie es manchmal beobachtet hatte. Sie ruften andere Menschen damit sie ihnen halfen. Sie versuchte an ihrem Fell zu zerren, und biss die Zähne zusammen um nicht zu Jaulen, schaffte es dennoch sich nach ein paar Anläufen zu befreien. Es hatte zwar ein paar Fellfetzen aus ihr gerissen, und ihre Schnauze war etwas zerkratzt, aber sie konnte darüber hinwegsehen. Sie würde für jeden der Hilfe brauchte das Gleiche tun, selbst wenn es noch schmerzvoller wäre. "Bist du okay?" Sie gab ein kurzes erleichtertes Seuftzen von sich und musterte Finley genau. Sie hoffte ihm nicht allzusehr wehgetan zu haben, denn sie wollte nicht, dass Finley sauer auf sie ist. Sie hatte schon genug Feinde, da konnte sie sich nicht noch einen dazuleisten. Wie es wohl mit Etana und Aslan läuft?

Sie erinnerte sich an die Szene, in der Aslan frontal gegen das Reh geprallt ist, und es kraftvoll zu Boden gerissen hat. Sie hasste es zwar Tote zu sehen, aber dies war wichtig für deren aller Überleben. Die Art, wie kraftvoll Aslan das Reh geplättet hatte, würde ihn zwar noch respektabler machen, jedoch breitete sich ein Schauder über sie breit. Sie hatte noch nie jemanden etwas so Großes umwerfen sehen, nichtmal die Straßenhunde. Und noch dazu war er ein Althund. Wie stark er wohl gewesen sein muss, als er jünger gewesen war? Sie wand sich zu Finley. Sicherlich musste er auch ziemlich erschöpft sein, besonders nach den Befreiungsversuchen von den Dornenbüschen. Sie hatte zwar nicht zugehört und nicht darauf Acht gegeben, ob er etwas gesagt hat, aber falls er etwas gesagt hat musste es sicherlich mit der Jagd zutun gehabt haben. Selbst wenn es etwas anderes war, wollte sie nicht weiterhin bei den Dornenbüschen bleiben. Sie hatte vorerst genug Erfahrungen darüber gemacht. "Wir müssen zurück zu Etana und Aslan. Das Reh ist gestorben."

[Out: Sorry, dass ich gleich alles abgespielt habe, aber ich wollte nicht wirklich lange daran hängen bleiben ^^']

[Wald -> Finley | bespricht sich mit Finley, versucht ihn zu befreien, bleibt selber hängen | befreit sich | denkt nach | fordert zum gehen auf]

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Hätt ich einen Wunsch frei, dann wärst dass du ♥️
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Alou

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BeitragThema: Re: Der Wald   So März 03, 2013 5:43 am

Alou beobachtete wie der Leonberger das Reh tötete. Sie war beeindruckt. Sie beobachtete die anderen Hunde und als die Hündin von vorhin auf sie zu kam, wurde ihr Herzschlag schneller. Was sollte sie sagen. "Ich möchte keinen Streit anfangen.", bellte sie und sah die Hündin an. Sie sollte diese Hündin nicht unterschätzen. Sie sah besser genährt aus, als Alou selbst.

"Was ich damit sagen möchte, es wäre mir lieb wenn ich eurem Rudel beitreten dürfte." Die Wölfin sah sich um. "Mein Name ist übrigens Alou.", fügte sie hinzu. Sie wusste nicht ob die Hündin sie angreifen würde, oder nicht. Trotzdem überprüfte sie die Luft um zu wissen, ob mehrere Hunde in unmittelbarer Nähe sind. Nein, die zwei waren alleine.

Alou dachte über ihre eigenen Worte nach und wünschte sich, sie hätte sich anders formuliert. Plötzlich kam eine weiße Wölfin, durch die man durchschauen konnte neben der Hündin, der sie gegenüber stand entgegen. Alou erkannte ihre verstorbene Mutter. Mutter., hauchte sie in Gedanken. Die Wölfin nickte und verschwand wieder. Nein! Mutter! Bitte nicht.

Alou schüttelte den Kopf und sah wieder zu der Hündin. Gespannt wartete sie auf eine Antwort und sah sie mit ihren braunen Augen ruhig an.


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Etana
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BeitragThema: Re: Der Wald   So März 03, 2013 9:57 am


Etana legte den Kopf leicht schief und stutzte. 'Sie will ... was?' Zögerlich maß sie die Wölfin mit Blicken ab. Ihr Fell war glanzlos und sie war noch magerer, als die Rhodesian Ridgeback Hündin es in Erinnerung gehabt hatte. Versuchte diese Alou womöglich einen Trick? Das wäre jedoch töricht, eine solche Verfassung konnte man nicht vortäuschen ...
Etana war ratlos. Die Wölfin schien auf einen Punkt neben ihr zu starren. Als Etana aus den Augenwinkeln schaute, entdeckte sie nichts, und den Kopf zu wenden, wagte sie nicht. Sie prüfte die Luft. Aslans Geruch hing schwach in den Büschen, ebenso Azuras und Finleys, die von hier aus losgeschlichen waren. Ansonsten nichts. Etana lauschte. Ebenfalls nichts Verdächtiges.
Die Rhodesian Ridgeback Hündin hob den Kopf ein Stückchen, dann stellte sie die Ohren ganz leicht auf. Nicht so weit, dass es freundschaftlich gewirkt hätte, doch deutlich genug, um Aufmerksamkeit zu signalisieren. "Du willst dich uns anschließen? Ohne uns zu kennen? Wieso? Und was bringt dich dazu, zu denken, dass wir dich aufnehmen wollen könnten?" Sie war gespannt auf die Antwort der Wölfin. Ihre Idee eines großen Rudels drängte sich wieder in ihre Gedanken. Sie hatte dabei an in Not geratene Hunde gedacht, aber war diese Wölfin nicht offenbar genauso auf Schutz und Gemeinschaft angewiesen? Sie hatte sicher auch Erfahrungen in der WIldnis, schließlich lebte sie vermutlich seit ihrer Geburt hier. Sie könnten sich gegenseitig nützen.
Zunächst jedoch galt es herauszufinden, ob ihre Beweggründe ehrlich waren und man ihr vertrauen konnte.
Abwartend blickte Etana Alou an.

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Let them run, let them live,
But do not forget what we cannot forgive!

(Abgeänderter Auszug aus Deception aus dem Film The Lion King II)
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Alou

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BeitragThema: Re: Der Wald   Mo März 04, 2013 2:30 am

Alou sah sie ruhig an und senkte den Blick. Was soll ich jetzt sagen?, fragte ihre innere Stimme. Die Wölfin wusste nicht genau was sie antworten sollte und überlegte kurz. Ihre Gedanken waren verschwommen, sie wusste nicht mehr genau, was sie zu diesem Entschluss brachte, bei diesem Hunderudel beizutreten. Alou atmete tief ein.
"Ich kann mir vorstellen das es komisch klingt, wenn eine Wölfin bei einem Hunderudel beitreten möchte. Ja, nahe zu verrückt. Ich lebe seit ich denken kann, in diesen Wäldern. Seit dem Tot meiner Familie bin ich alleine und habe alles gemeistert. Doch nun ist nicht alles so wie früher, das man mühelos alleine überleben kann. Nein. Menschen möchten Pelz und die Wölfe loswerden. Menschen finden wir Wölfe wären Monster. Ich komme vom Thema ab.", Alou machte eine Pause und setzte sich hin. "Ich schaffe es glaube ich einfach nicht mehr alleine. Es ist gefährlich und auch schwierig alleine zu überleben, bei Kämpfen gegen mehrere ist man auf sich selbst gestellt." Wieder wurde Alou leiser und Erinnerungen an eine vergangene Zeit kam ihr wieder hoch. Erinnerungen an die verbitterte Zeit des Krieges! Man konnte die Narben die sich über Alous Körper gut erkennen. Ihr verfilzter Pelz scheint sie zwar leicht zu verdecken, doch man konnte sie klar und deutlich erkennen, wenn man darauf achtete.
"Ich weiß, ihr kennt mich nicht und wisst nicht, ob ihr mir vertrauen könnt. Aber eines kann ich euch sagen, ich bin eine Einzelgängerin, habe keine Freunde, sondern meistens nur Feinde. Es liegt bei euch, ob ihr mir eine Chance gebt, um meine Treue zu einem Rudel zu beweisen. Wenn nicht, dann danke ich dir, das du mir zugehört hast." Alou spannte ihre Muskeln an und sah die Rhodesian Ridgeback Hündin an.

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Der Wald

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